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Asthma bronchiale

Asthma bronchiale ist eine heterogene Erkrankung, die durch eine chronische Atemwegsentzündung charakterisiert wird. Es ist die häufigste chronische Lungenerkrankung in der Schwangerschaft, die Prävalenz wird auf 3 – 8% geschätzt.

Aufgrund der physiologischen Veränderungen während der Schwangerschaft kann es auch zu einer Veränderung der Asthmasymptomatik kommen. Neben einem stabilen Verlauf sind sowohl Verbesserungen als auch Verschlechterungen der Symptomatik möglich. Individuelle Risikofaktoren wie die Schwere des Asthmas, die Asthma-Kontrolle und weitere Komorbiditäten sind wichtige Indikatoren für den Verlauf.

Sowohl für fetale als auch für maternale Schwangerschaftskomplikationen wurden Assoziationen mit Asthma bronchiale beschrieben. Die Schwere des Asthmas und die Asthmakontrolle scheinen für die Entstehung von Schwangerschaftskomplikationen ein entscheidender Faktor zu sein. So wurden insbesondere bei schwerem und schlecht eingestelltem Asthma u.a. ein erhöhtes Risiko für Frühgeburtlichkeit, ein geringes Geburtsgewicht und intrauterine Wachstumsverzögerung beobachtet. Auch eine Assoziation mit maternalen Komplikationen wie z.B. Präeklampsie und Plazentakomplikationen wurde ebenfalls beschrieben. Eine adäquate Asthmakontrolle kann Asthma-assoziierte Schwangerschaftskomplikationen reduzieren.

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

Eine gute Asthmakontrolle sollte möglichst schon präkonzeptionell erreicht werden. Auch die Bedeutung der Krankheitskontrolle bei Eintritt der Schwangerschaft sowie die Sicherheit der fortzuführenden medikamentösen Therapie sollte mit jeder Asthma-Patientin im gebärfähigen Alter besprochen werden.

Das Risiko, dem Kind durch ein schlecht eingestelltes oder untertherapiertes schweres Asthma zu schaden, überwiegt klar einem möglichen Risiko der zur Asthmakontrolle üblicherweise eingesetzten Medikamente.

Eine regelmäßige fachärztliche Betreuung wird schwangeren Frauen mit Asthma empfohlen. Insbesondere bei unzureichender oder verschlechterter Asthmakontrolle während einer Schwangerschaft ist eine engmaschige gynäkologische und pneumologische Anbindung notwendig.

Prinzipiell sollte bei einem Asthma Bronchiale eine multimodale Therapie aus pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Behandlungsstrategien erfolgen. Dies beinhaltet u.a. auch die adäquate Therapie von Komorbiditäten, eine Allergenkarenz sowie Schulungen zum Selbstmanagement.

Mittel der Wahl

Die pharmakologischen Empfehlungen beim Asthma bronchiale in der Schwangerschaft entsprechen den allgemeinen Therapieempfehlungen der Stufentherapie entsprechend des Asthma-Schweregrades.

In der nationalen Versorgungsleitlinie wird die Therapie mit inhalativen Corticosteroiden (ICS) bei Erwachsenen abhängig vom Schweregrad sowohl bei der Bedarfsmedikation als auch als Basis der Langzeittherapie empfohlen. Budesonid, Beclometason und Fluticason sind die in der Schwangerschaft am besten untersuchten inhalativen Glucocorticoide. Allerdings gibt es auch keine Hinweise darauf, dass andere inhalative Glucocorticoide den Embryo oder Fetus schädigen.

Unter den kurzwirksamen inhalativen β2-Sympathomimetika (SABA) als Bedarfsmedikation ist Salbutamol Mittel der Wahl in der Schwangerschaft.

Langwirksame β2-Sympathomimetika (LABA) werden beim Asthma bronchiale nur in Kombination mit ICS verordnet. Mittel der Wahl in der Schwangerschaft sind hier Formoterol und Salmeterol.

Inhalative Anticholinergika sind keine Bronchodilatatoren der ersten Wahl. Ist eine Therapie mit einem langwirksamen Muskarinantagonisten (LAMA) für die Krankheitskontrolle erforderlich, kann Tiotropiumbromid verwendet werden. Im Rahmen eines akuten Asthmaanfalls kann auch das kurzwirksame Ipratropiumbromid als Zusatztherapie verwendet werden.

Der Leukotrienrezeptorantagonist Montelukast kann in der Schwangerschaft gemäß den Therapie-Empfehlungen des Stufenplans nach Asthmaschweregrad verordnet werden, wenn besser untersuchte Alternativen nicht zum gewünschten Therapieerfolg geführt haben.

Biologika aus den Gruppen der Anti-IgE-, Anti-IL-5-R-, Anti-IL-4-R- und Anti-TSLP-Antikörper werden als Therapeutika in der Therapie des schweren Asthma bronchiale eingesetzt. Hier sollte eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung bezüglich der Therapie in der Schwangerschaft erfolgen.

Sollte ein systemisches Glucocorticoid notwendig sein, ist Prednisolon das Mittel der Wahl in der Schwangerschaft.


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