Salmeterol ist ein β2-Sympathomimetikum mit langer Wirkdauer von etwa zwölf Stunden und gehört zur Gruppe der „long acting beta agonists“ (LABA). Es bewirkt eine lang anhaltende Relaxation der glatten Muskulatur der Bronchien und wird ausschließlich inhalativ verwendet. Nach inhalativer Anwendung therapeutischer Dosierungen wurden allenfalls geringe Plasmakonzentrationen gemessen.
- Indikation (Anwendungsgebiet)
Zur Langzeitbehandlung von obstruktiven Atemwegserkrankungen, wie z. B. Asthma bronchiale oder chronischer Bronchitis. Beim Asthma bronchiale nur in Kombinationstherapie mit einem inhalativen Kortikosteroid (engl. ICS).
- Produktnamen
Serevent® und andere.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: SEHR HOCH
1. Trimenon
Die Gruppe der β2-Sympathomimetika ist mit über 40.000 im 1. Trimenon exponierten Schwangerschaften gut untersucht. Auch zu Salmeterol gibt es Erfahrungen zu mehreren tausend Schwangerschaften, häufig ist es in Kombinationstherapie mit inhalativen Glucocorticoiden untersucht worden. Der Großteil der Studien ergab keine Hinweise auf ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko. Zwar wurden in mehreren Fall-Kontroll-Studien erhöhte Risiken für unterschiedliche spezifische Fehlbildungen gefunden, diese wurden jedoch in anderen Studien nicht bestätigt und es zeigte sich auch kein spezifisches Fehlbildungsmuster. Insgesamt sprechen die Ergebnisse gegen ein substantiell erhöhtes Fehlbildungsrisiko.
2.-3. Trimenon / Perinatal
In mehreren Studien zeigte sich keine Assoziation mit einem geringen Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit oder weiteren negativen Auswirkungen auf den Feten oder das Neugeborene.
Verschiedene Studien befassen sich mit einer Assoziation von ß2-Sympathomimetika und Autismus-Spektrum-Störungen bzw. ADHS, wobei neben der Grunderkrankung auch weitere z.B. genetische und umweltbedingte Risikofaktoren diskutiert werden. Insgesamt fanden sich aber keine eindeutigen Belege für eine Assoziation mit der Medikation.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie
Salmeterol darf gemäß der Asthma-Stufentherapie verwendet werden. Um Asthma-assoziierte Schwangerschaftsrisken zu minimieren, wird während der gesamten Schwangerschaft eine optimale Krankheitskontrolle sowie eine engmaschige gynäkologische und pneumologische Anbindung empfohlen, siehe auch Asthma bronchiale.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft
Keine.
Besser geeignete Alternativen
Keine.
Stillzeit
Es liegen keine publizierten Erfahrungen zur Anwendung von Salmeterol in der Stillzeit vor.
Pharmakokinetik
HWZ: 5,5 h; Proteinbindung: 93%; molare Masse: 415,6 g/mol; orale Bioverfügbarkeit: gering. Plasmawerte nach Inhalation gering oder nicht nachweisbar.
Klinik
Symptome bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht beschrieben.
Empfehlung
Salmeterol darf in der Stillzeit im Rahmen der Asthma-Stufentherapie indikationsgerecht verwendet werden.
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