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Insulin degludec

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Insulin degludec gehört zur Gruppe der langwirksamen Insulinanaloga und wird aufgrund der langen Wirkdauer als ultralangwirksames Insulinanalogon bezeichnet. Es wird als Basalinsulin zur Behandlung des Diabetes mellitus eingesetzt und einmal täglich subkutan appliziert. Obwohl die Plazentagängigkeit bei Insulin degludec nicht untersucht wurde, wird wie bei den anderen Insulinen im therapeutischen Dosisbereich kein plazentarer Übergang erwartet.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Insulinpflichtiger Diabetes mellitus.

  • Produktnamen

    Tresiba®

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

In einer 2023 veröffentlichten, randomisiert-kontrollierten Studie mit 111 exponierten Schwangeren wurde die Nicht-Unterlegenheit von Insulin degludec gegenüber Insulin detemir bei Typ 1 Diabetikerinnen gezeigt. Weder in dieser Studie noch in Fallserien bzw. einer kleinen prospektiven Studie ergaben sich Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Die bislang durchgeführten Studien deuten auf keine Häufung unerwünschter Ereignisse, weder beim Neugeborenen noch bei der Mutter hin.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Ob eine Therapie mit Insulin degludec im Kinderwunsch bzw. in der Schwangerschaft fortgeführt werden soll, ist eine individuelle Nutzen-Risiko Abwägung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine optimale Blutzuckereinstellung der wichtigste Parameter ist, um das Risiko für Fehlbildungen und weitere maternale sowie fetale Komplikationen zu reduzieren. In Abwägung der aktuellen Stoffwechselsituation kann eine Fortsetzung der Therapie beim präexistenten Diabetes mellitus in Betracht gezogen werden. Bei einer Neueinstellung sollten möglichst besser untersuchte langwirksame Insuline bzw. Insulinanaloga bevorzugt werden. Die individuelle Therapieentscheidung obliegt den behandelnden Fachärzten bzw. Fachärztinnen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Schwangerschaften mit einem Diabetes mellitus sind Risikoschwangerschaften und bedürfen einer engen interdisziplinären Betreuung. Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung der normalen Entwicklung des Feten wird jeder schwangeren Patientin mit Diabetes mellitus empfohlen. Da bei Neugeborenen diabetischer Mütter häufiger Komplikationen beobachtet werden, sollte die Entbindung in einem Perinatalzentrum erfolgen. 

Besser geeignete Alternativen

Der individuelle Verlauf des Diabetes mellitus ist maßgeblich für die Wahl der medikamentösen Therapie, siehe auch Diabetes mellitus. Humaninsuline und die langwirksamen Insulinanaloga Insulin detemir und Insulin glargin sind besser untersucht in der Schwangerschaft.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ dosisunabhängig: 25h; Wirkdauer: über 42h; molare Masse: 6104 g/mol; orale Bioverfügbarkeit: keine.

Klinik

Symptome gestillter Kinder sind bislang nicht beschrieben und aufgrund fehlender oraler Bioverfügbarkeit auch nicht zu erwarten.

Empfehlung

Während der Stillzeit kann Insulin degludec zur Therapie des Diabetes mellitus eingesetzt werden. Bei Einsetzen der Milchproduktion kommt es häufig zu einem Abfall des Insulinbedarfes, was bei der Insulintherapie berücksichtigt werden sollte.


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