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Insulin glargin

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Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.

Insulin glargin gehört zur Gruppe der langwirksamen Insulinanaloga. Es wird als Basalinsulin zur Behandlung des Diabetes mellitus eingesetzt und muss aufgrund der langen Wirkdauer nur einmal täglich verabreicht werden. Es wird subkutan injiziert und ist in therapeutischen Dosierungen nicht plazentagängig

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Insulinpflichtiger Diabetes mellitus.

  • Produktnamen

    Lantus®, Toujeo®, Abasaglar® und andere.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

Viele, überwiegend retrospektive oder kleinere prospektive Studien mit mehreren hundert Schwangerschaften ergaben im Vergleich zu einer Behandlung mit Humaninsulin keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus hingegen ist mit einem Anstieg des Fehlbildungs- und Spontanabortrisikos assoziiert.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Die bislang durchgeführten Studien lassen im Vergleich zu Humaninsulin keine Häufung an unerwünschten Ereignissen – weder beim Neugeborenen noch bei der Mutter erkennen. Theoretische Bedenken aufgrund einer höheren IGF-1-Rezeptoraffinität wurden in den bisherigen Studien nicht bestätigt. Auch in Bezug auf fetale bzw. neonatale Outcomes ist die optimale mütterliche Blutzuckereinstellung ein entscheidender Faktor, um maternale und fetale bzw. neonatale Komplikationen zu minimieren.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Beim präexistenten Diabetes mellitus darf eine bestehende Therapie mit Insulin glargin fortgesetzt werden. Auch eine Neueinstellung in der Schwangerschaft ist möglich. Eine optimale Blutzuckereinstellung sollte möglichst schon präkonzeptionell erreicht werden. Beim Gestationsdiabetes ist die indikationsgerechte Anwendung von Insulin glargin ebenfalls eine Option. Die individuelle Therapieentscheidung obliegt den behandelnden Fachärzten und Fachärztinnen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Schwangerschaften mit einem Diabetes mellitus sind Risikoschwangerschaften und bedürfen einer engen interdisziplinären Betreuung. Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung wird jeder schwangeren Patientin mit Diabetes mellitus empfohlen. Da bei Neugeborenen diabetischer Mütter häufiger Komplikationen beobachtet werden, sollte die Entbindung in einem Perinatalzentrum erfolgen.

Besser geeignete Alternativen

Der individuelle Verlauf des Diabetes mellitus ist maßgeblich für die Wahl der medikamentösen Therapie. Siehe auch Diabetes mellitus.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ dosisabhängig, bei subkutaner Applikation: 12 h; Wirkdauer bis zu 24 h; molare Masse: 6.062 g/mol; orale Bioverfügbarkeit: keine.

Klinik

Symptome gestillter Kinder sind bislang nicht beschrieben und aufgrund fehlender oraler Bioverfügbarkeit auch nicht zu erwarten.

Empfehlung

Während der Stillzeit kann Insulin glargin uneingeschränkt zur Therapie des Diabetes mellitus verwendet werden. Bei Einsetzen der Milchproduktion kommt es häufig zu einem Abfall des Insulinbedarfes, was bei der Insulintherapie berücksichtigt werden sollte.


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