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Promethazin

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Promethazin ist ein Phenothiazin-Derivat, das durch seine vorwiegend H1-antihistaminerge Wirkung vor allem sedierend, antiallergisch und antiemetisch wirkt. Neben der oralen Einnahme ist auch eine intramuskuläre oder intravenöse Anwendung möglich.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Unruhe- und Erregungszustände im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen; akute allergische Reaktionen vom Soforttyp, wenn gleichzeitig eine Sedierung indiziert ist; Reservemittel bei Schlafstörungen, Allergien, Übelkeit und Erbrechen.

  • Produktnamen

    Atosil® und andere.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: SEHR HOCH

1. Trimenon

Verschiedene Studien mit mehr als 3.500 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen haben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erbracht. Die Studien basieren zum überwiegenden Teil auf Registerdaten und dokumentieren hauptsächlich Schwangerschaftsverläufe, bei denen Promethazin als Antiemetikum angewendet wurde.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bei Einnahme von Promethazin bis zur Entbindung ist das Risiko für Anpassungsstörungen beim Neugeborenen erhöht. Anpassungsstörungen können innerhalb der ersten Stunden oder Tage nach der Geburt auftreten und mit respiratorischen, neurologischen, gastrointestinalen und kardiovaskulären Symptomen einhergehen, die vorübergehend einer ärztlichen Beobachtung oder Behandlung bedürfen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Promethazin kann bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch verordnet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, um Krisen bei der Mutter und Entwicklungskomplikationen beim Feten (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) rechtzeitig begegnen zu können. Bei Exposition im 1. Trimenon kann eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden. In den ersten Lebenstagen ist beim Neugeborenen auf etwaige Anpassungsstörungen zu achten. Die Entbindung sollte daher in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen.

Besser geeignete Alternativen

Abhängig von der Indikation. In der Gruppe der Sedativa: keine. Steht schwangerschaftsbedingtes Erbrechen im Vordergrund, kommen zunächst z.B. Doxylamin oder Meclozin infrage (siehe auch Hyperemesis Gravidarum).

Stillzeit

Es liegen keine publizierten Erfahrungen vor.

Pharmakokinetik

HWZ: 10 – 12 h; Proteinbindung: bis zu 90%; molare Masse: 284 g/mol; orale Bioverfügbarkeit: 25% aufgrund eines ausgeprägten First-Pass-Metabolismus. Es liegen keine Daten zum Übergang in die Muttermilch vor.

Klinik

Aufgrund des Wirkspektrums von Promethazin ist vor allem an eine Sedierung zu denken. Bei Säuglingen, die entgegen der derzeitigen Zulassungssituation selbst Promethazin erhielten, wurden vermehrt Atemstörungen beschrieben. Bisher gibt es keine Hinweise, dass dies auch bei gestillten Kindern nach maternaler Promethazin-Einnahme auftritt.

Empfehlung

Stillen ist bei niedrigdosierter Monotherapie und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel. Um bei langfristiger Behandlung auszuschließen, dass relevante Mengen Promethazin zum Kind gelangen, kann nach zwei bis drei Wochen die Plasmakonzentration beim Kind bestimmt werden. Eine Einzeldosis erfordert keine Einschränkung des Stillens. Treten anders nicht erklärbare Symptome wie Sedierung, gastrointestinale Symptome, Trinkschwäche oder Unruhe beim Kind auf, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.


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