Clonidin
Clonidin, ein Imidazolinderivat, erregt die zentralen postsynaptischen Alpha-2-Adrenozeptoren und hat peripher einen sympatholytischen Effekt, der zur Blutdrucksenkung führt. Es kann oral, als Augentropfen und intravenös eingesetzt werden. Clonidin ist gut plazentagängig.
Als Antihypertensivum und Antiglaukomatosum hat Clonidin an Bedeutung verloren.
- Indikation (Anwendungsgebiet)
Arterielle Hypertonie, Glaukom, bei sympathoadrenergen Symptomen im Rahmen des akuten Alkoholentzugsyndroms.
- Produktnamen
Catapresan®, Isoglaucon® und Generika
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: GERING
1. Trimenon
In einer kleinen Fallserie mit Schwangeren, die im 1. Trimenon mit Clonidin wegen Hypertonie behandelt wurden, konnte keine erhöhte Fehlbildungsrate ermittelt werden.
2.-3. Trimenon / Perinatal
Ältere Berichte von mehr als 200 Schwangerschaften beschreiben meist eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit. In einzelnen Fällen wurde jedoch ein plötzlicher Fruchttod im Zusammenhang mit einer systemischen Clonidin-Therapie beobachtet. Ein Autor beschreibt eine vorübergehende postnatale Hypertonie bei einigen Neugeborenen. Eine kleine Studie verglich Kinder im Alter von sechs Jahren, deren Mütter während der Schwangerschaft eine Monotherapie mit Clonidin erhalten hatten, mit einer Kontrollgruppe und fand etwas häufiger hyperaktives Verhalten und Schlafstörungen in der Clonidingruppe. Dieser Befund ähnelt zwar Ergebnissen einer tierexperimentellen Untersuchung, wurde aber bisher nicht durch andere klinische Untersuchungen bestätigt. Siehe auch den unter "Stillzeit" beschriebenen Fallbericht, der ohne den Medikamentenüberhang aus der Schwangerschaft nicht erklärbar ist.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie
Wenn möglich sollte Clonidin durch besser geeignete Substanzen ersetzt werden. Während der Schwangerschaft ist es als Reservemittel zu betrachten.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft
Nach Einnahme im 1. Trimenon kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden.
Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.
Besser geeignete Alternativen
Abhängig von der Indikation. Bei arterieller Hypertonie ohne weitere Begleiterkrankungen z.B. Alpha-Methyldopa oder Metoprolol, insbesondere im 2. und 3. Trimenon auch Nifedipin.
Stillzeit
Pharmakokinetik
HWZ: 6 – 24 h (individuell stark unterschiedlich); Proteinbindung: 20 – 40%; molare Masse: 230 g/mol; relative Dosis: 7 – 8%; M/P-Quotient: 2; orale Bioverfügbarkeit: 65 – 100%.
Klinik
Es wurden keine Symptome bei neun Kindern, deren Serumspiegel bei etwa 2/3 der mütterlichen Serumspiegel lagen, beobachtet. Das Kind einer stillenden Mutter, die 0,15 mg Clonidin auch schon in der Schwangerschaft eingenommen hatte, war am zweiten Lebenstag sehr schläfrig, hypoton und zeigte einen fraglichen Krampfanfall. Am fünften Tag traten Apnoe-Episoden auf. Ab dem neunten Tag bekam der Säugling Fläschchen und alle Symptome bildeten sich innerhalb von 24 Stunden zurück.
Empfehlung
Auf die Gabe von Clonidin sollte in der Stillzeit, insbesondere bei Früh- und Neugeborenen, möglichst verzichtet und auf ein Antihypertensivum der Wahl umgestellt werden.
Wir helfen Ihnen und Sie helfen uns
Viele Schwangere nehmen Medikamente während der Schwangerschaft ein. Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft und damit letztlich auch die Qualität dieser Internetseite beruhen größtenteils auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.
Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.
Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.
Hier finden Sie allgemeine Angaben zur Nutzung der Seite und zum Datenschutz.
Die Beratung ist kostenlos.