Leflunomid
Leflunomid ist ein Prodrug. Es wird intestinal und hepatisch in den aktiven Metaboliten Teriflunomid umgewandelt. Dieser hemmt das Enzym Dihydroorotat-Dehydrogenase und inhibiert dadurch die Pyrimidin-Synthese, welche für die Zellteilung von T-Lymphozyten und die Leukozytenmigration notwendig ist. Die hieraus resultierende Immunsuppression ermöglicht den Einsatz als orales antirheumatisches Basistherapeutikum (DMARD).
- Indikation (Anwendungsgebiet)
Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis.
- Produktnamen
Arava®, Leflon® und andere.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: MITTEL
1. Trimenon
Die Erfahrungen beim Menschen beruhen auf Publikationen mit insgesamt über 180 im 1. Trimenon exponierten Schwangerschaften. Diese zeigten bisher weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko noch ein spezifisches Fehlbildungsmuster. Es liegen nur einzelne Fallbeschreibungen mit einem ungünstigen Schwangerschaftsausgang nach Leflunomid-Exposition vor, bei denen ein kausaler Zusammenhang unklar ist. Das Spontanabortrisiko ist nach derzeitiger Datenlage ebenfalls nicht erhöht.
Es ist jedoch anzumerken, dass bei einem Großteil der Patientinnen die Medikation nach Bekanntwerden der Schwangerschaft umgehend abgesetzt und eine Eliminationstherapie mit Colestyramin oder Aktivkohle durchgeführt wurde. Die Empfehlung hierfür resultiert aus Ergebnissen von Tierversuchen, in denen nach intrauteriner Leflunomid-Exposition bei Nagetieren mit hohen bzw. toxischen Plasmakonzentrationen gehäuft Skelett- und Augenfehlbildungen sowie ein Hydrozephalus auftraten.
2.-3. Trimenon / Perinatal
In einer Kohortenstudie wurde über 21 Schwangerschaften berichtet, die im 2./3. Trimenon exponiert waren und keine spezifischen Auffälligkeiten erkennen ließen. Eine abschließende Risikobewertung ist jedoch aufgrund der begrenzten Datenlage nicht möglich.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie
Leflunomid soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Eine Patientin mit Kinderwunsch soll vor Eintritt der Schwangerschaft auf ein besser erprobtes Basistherapeutikum umgestellt werden. Der Hersteller empfiehlt nach Beendigung der Therapie eine Wartezeit von zwei Jahren vor Schwangerschaftseintritt. Alternativ kann durch die Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs mit Colestyramin oder Aktivkohle eine beschleunigte Elimination erreicht werden. Ziel ist eine präkonzeptionelle Teriflunomid-Plasmakonzentration von < 0,02 mg/l, gemessen zweimalig mit einem Abstand von mindestens 14 Tagen. Dieser Wert beinhaltet eine große Sicherheitsspanne.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft
Die Therapie sollte umgehend umgestellt und zur schnelleren Wirkstoffelimination eine Auswaschtherapie (s.o.) durchgeführt werden. Empfehlenswert ist die Bestimmung der Teriflunomid-Spiegel vor und nach der Eliminationsprozedur. Diese sollte wiederholt werden, bis eine Teriflunomid-Plasmakonzentration von < 0,02 mg/l erreicht ist. Zudem sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Kontrolle der fetalen Entwicklung angeboten werden.
Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.
Besser geeignete Alternativen
Sulfasalazin, Prednisolon, Azathioprin, TNFα-Inhibitoren. Siehe auch rheumatoide Arthritis.
Stillzeit
Es liegen keine Daten zur Anwendung in der Stillzeit vor, Publikationen zu pharmakokinetischen Untersuchungen der Muttermilch exponierter Frauen fehlen ebenfalls.
Pharmakokinetik
HWZ Teriflunomid (aktiver Metabolit): 18 – 19 d; Proteinbindung: > 99%; molare Masse: 270 g/mol; orale Bioverfügbarkeit: 82 – 95%.
Klinik
Es liegen bislang keine publizierten Daten zur Anwendung in der Stillzeit vor.
Empfehlung
Eine Stillende sollte auf ein besser untersuchtes Basistherapeutikum eingestellt werden.
Wir helfen Ihnen und Sie helfen uns
Viele Schwangere nehmen Medikamente während der Schwangerschaft ein. Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft und damit letztlich auch die Qualität dieser Internetseite beruhen größtenteils auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.
Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.
Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.
Hier finden Sie allgemeine Angaben zur Nutzung der Seite und zum Datenschutz.
Die Beratung ist kostenlos.