Tuberkulose
Die Tuberkulose (TB) ist eine durch Bakterien der Familie Mycobacteriaceae verursachte Infektionskrankheit. Beim Menschen ist Mycobacterium tuberculosis der häufigste Erreger der Tuberkulose. Etwa 70% der Erkrankungen manifestieren sich als Lungentuberkulose. Eine aktive Tuberkulose ist in der Regel erfolgreich behandelbar. Zunehmende Resistenzen und Begleiterkrankungen stellen jedoch besondere therapeutische Herausforderungen dar. Die Behandlung sollte daher ausschließlich von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden, die über Erfahrung in der Therapie von Tuberkulose verfügen.
Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft
Schwangere haben im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen ein erhöhtes Risiko, an einer aktiven Tuberkulose zu erkranken. Eine Übertragung auf das ungeborene Kind ist extrem selten. Allerdings kann eine aktive Tuberkulose die Mutter und das ungeborene Kind gefährden und muss daher auch in der Schwangerschaft ausreichend therapiert werden. Bei einer nicht oder unzureichend behandelten Tuberkulose wurde in mehreren Studien ein Zusammenhang mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder beobachtet. Dies zeigte sich unter anderem in einem niedrigeren Geburtsgewicht und in einer erhöhten perinatalen Mortalität. Hinweise auf ein durch die Erkrankung selbst erhöhtes Fehlbildungsrisiko bestehen nicht. Zusammengefasst stellt eine unbehandelte aktive Tuberkulose für Mutter und Kind ein deutlich größeres Risiko dar als die leitliniengerechte Therapie.
Mittel der Wahl
Eine aktive Tuberkulose sollte auch in der Schwangerschaft unverzüglich mit einer Kombination mehrerer Wirkstoffe behandelt werden. Die konkrete Auswahl, Kombination, Dosierung und Therapiedauer richten sich vor allem nach dem Resistenzprofil des Erregers. Die AWMF-Leitlinie „Tuberkulose im Erwachsenenalter“ empfiehlt auch für die Schwangerschaft standardisierte, auf den jeweiligen Resistenzstatus abgestimmte Therapieschemata, ebenso die Leitlinie der World Health Organization (WHO consolidated operational handbook on tuberculosis). Bei einer medikamentenresistenten Tuberkulose ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung in einem spezialisierten Zentrum erforderlich.
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