Permethrin
Der milbenabtötende Wirkstoff Permethrin ist ein synthetisches Pyrethroid und wird zur Behandlung von Skabies und Läusen eingesetzt. Permethrin wirkt über die Natriumkanäle in der Nervenzellmembran und führt so zum Tod der Milben bzw. der Läuse. Nennenswerte Plasmaspiegel werden nach dermaler Anwendung nicht erreicht, da die Resorption gering ist und der Wirkstoff schnell abgebaut wird. Lokale Reizungen der Haut sind selten, starke systemische Nebenwirkungen nach der Anwendung wurden nicht beschrieben.
- Indikation (Anwendungsgebiet)
Pedikulose (Läuse), Skabies (Krätze).
- Produktnamen
Infectopedicul®, Infectoscab® und andere.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: MITTEL
1. Trimenon
In zwei Studien mit etwas über 300 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen, davon ca. 50 im 1. Trimenon, wurden keine Auffälligkeiten beobachtet. Trotz der geringen Fallzahl ist aufgrund der niedrigen dermalen Resorption, dem schnellen Abbau und der kurzzeitigen Anwendung von Permethrin nicht von einem teratogenen Potenzial auszugehen. Ebenso liegen keine Berichte über negative Auswirkungen nach Anwendung in der Schwangerschaft vor. Für die Substanzgruppe der synthetischen Pyrethroide wurde im Tierversuch keine Teratogenität nachgewiesen.
2.-3. Trimenon / Perinatal
Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko, wobei in der wissenschaftlichen Literatur auch zur Anwendung im 2. und 3. Trimenon nur begrenzte Daten vorliegen. In der Fachinformation wird von 900 dokumentierten Schwangerschaftsverläufen berichtet, in denen keine Auffälligkeiten beobachtet wurden, jedoch werden keine Details zur Anwendung, wie z.B. zum Expositionszeitraum, und zur verwendeten Methodik angegeben.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie
Permethrin ist Mittel der Wahl zur Behandlung von Skabies in der Schwangerschaft. Bei Läusebefall ist es in allen Phasen der Schwangerschaft Mittel der 2. Wahl.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft
Keine.
Besser geeignete Alternativen
Bei Skabies: keine. Bei Pedikulose: Dimeticon.
Stillzeit
Es liegen publizierte Erfahrungen zu fünf Mutter-Kind-Paaren nach dermaler Anwendung vor. Nach dem Stillen wurden keine Nebenwirkungen bei den gestillten Kindern beobachtet.
Pharmakokinetik
Molare Masse: 391 g/mol; sehr geringe dermale Resorption, schneller Abbau zu inaktiven Metaboliten.
Klinik
Aufgrund der geringen Resorption, dem schnellen Abbau in der Haut und der meistens kurzen Behandlungsdauer ist ein toxisches Potenzial bei Exposition über die Muttermilch nicht zu erwarten. Die mögliche therapeutische Anwendung beim Säugling spricht ebenfalls für eine gute Stillverträglichkeit von Permethrin.
Empfehlung
Die Anwendung von Permethrin erfordert keine Einschränkung des Stillens. Zur Behandlung der Skabies ist es Mittel der Wahl in der Stillzeit. Bei Anwendung an der Brustwarze sollte diese vor dem Stillen sorgfältig gereinigt werden.
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