Nimodipin ist ein vasoselektiver Calciumantagonist vom Dihydropyridin-Typ und wirkt über eine Verminderung des Calciumeinstroms in glatte Muskelzellen der Blutgefäße. Es durchdringt aufgrund der hohen Lipophilie gut die Blut-Hirn-Schranke und scheint vorwiegend an zerebralen Arterien zu wirken. Die Nimodipin-Konzentration in der Nabelschnur entspricht fast 50% der mütterlichen Konzentration.
Vorbeugung und Behandlung ischämischer neurologischer Defizite infolge zerebraler Vasospasmen nach aneurysmatisch bedingter Subarachnoidalblutung (fünfmal häufiger bei schwangeren als bei nichtschwangeren Frauen). Zur Behandlung hirnorganisch bedingter Leistungsstörungen.
Nimotop® und Generika
Erfahrungsumfang: GERING
Mit Ausnahme einzelner Fallberichte liegen keine Erfahrungen vor. Für Calciumantagonisten, insbesondere für das strukturverwandte Nifedipin, haben sich bisher keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben. Im Tierversuch wurden ebenfalls keine teratogenen Wirkungen unter Nimodipin beobachtet.
Eine Studie von 2003 verglich die Wirksamkeit von Nimodipin und Magnesiumsulfat bei der Prävention von Eklampsie. 1650 Schwangere mit schwerer Präeklampsie wurden mit einer der beiden Arzneistoffe behandelt. Unter Nimodipin kam es häufiger zur Eklampsie, beruhend auf mehr postpartalen Krampfanfällen. Das Risiko für persistierenden mütterlichen Hochdruck war in beiden Kohorten hoch, 47% bei Nimodipin und 65% bei Magnesiumsulfat. Nimodipin war mit weniger mütterlichen Nebenwirkungen assoziiert. Dagegen gab es keine signifikanten Unterschiede im neonatalen Outcome.
Nach kritischer Risiko-Nutzen-Abwägung ist eine Therapie mit Nimodipin in der Schwangerschaft akzeptabel.
Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung der normalen Entwicklung sollte nach Exposition im 1. Trimenon angeboten werden.
Bei Subarachnoidalblutung: Keine. Zur Eklampsieprophylaxe bei bestehender Präeklampsie: Magnesiumsulfat. Bei arterieller Hypertonie: alpha-Methyldopa, Metoprolol.
Die Angaben zur relativen Dosis beruhen auf zwei laktierenden Müttern.
HWZ 1,7 – 9 h; Proteinbindung: 95 – 99%; molare Masse: 418 g/mol; relative Dosis: ≤ 0,04%; M/P-Quotient: 0,06 – 0,33; gastrointestinale Resorption: 100%; orale Bioverfügbarkeit: 5 – 15% (hoher First-Pass-Effekt).
Es liegen keine dokumentierten Erfahrungen vor. Ein nennenswertes Risiko ist für das gestillte Kind aufgrund des geringen Überganges in die Milch jedoch nicht zu erwarten.
Stillen scheint akzeptabel zu sein.
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