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Etanercept

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Etanercept ist ein fusioniertes Protein, das zu einem Teil aus dem humanen Tumornekrosefaktor (TNF) Rezeptor besteht und zu einem anderen aus humanem IgG1. Damit gehört Etanercept zu den TNF-α Blockern und Biologika. Es muss subkutan injiziert werden.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Plaque-Psoriasis, axiale Spondyloarthritis.

  • Produktnamen

    Enbrel® und Biosimilars

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

Bisherige Erfahrungen mit circa 1000 evaluierten Schwangerschaften aus verschiedenen Studien, Registern, Fallserien und Fallberichten haben insgesamt keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erbracht. Die beobachteten Fehlbildungen wiesen kein Muster auf. Aufgrund der großen Molekülmasse ist ein nennenswerter plazentarer Übergang während der Embryogenese unwahrscheinlich.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Ab der 20. Schwangerschaftswoche (SSW) gelangt Etanercept über den Fc-Rezeptor in der Placenta zum Feten. Um die 37. Woche herum ist der maximale Übergang erreicht. Aufgrund der besonderen Molekülstruktur ist der plazentare Übergang jedoch weitaus geringer als bei den TNF-α Blockern Adalimumab oder Infliximab. Bei einem Therapiestopp nach 25 SSW war kein Wirkstoff im Nabelschnurblut nachweisbar, nach einer durchgängigen Exposition wurden ca. 3-7% der mütterlichen Konzentration im Nabelschnurblut gemessen. Ob anti-TNF exponierte Schwangerschaften häufiger mit Frühgeburtlichkeit, fetaler Wachstumsretardierung oder Sectio-Entbindungen assoziiert sind als nicht Biologika-exponierte Schwangere mit vergleichbaren Grunderkrankungen, ist Gegenstand der Diskussion.

Postpartale Infektionen und Impfungen: Intrauterin anti-TNF exponierte Kinder wiesen nicht häufiger relevante Infektionen auf als nicht-exponierte Kinder von Müttern mit vergleichbaren Erkrankungen. Einige Studien untersuchten, ob die intrauterin anti-TNF exponierten Kinder eine adäquate Immunantwort nach Impfungen entwickelten. Dies wurde für folgende Impfungen untersucht: HIB, Influenza, Tetanus , Diphtherie, Pneumokokken, Masern, Mumps und Röteln-Impfungen sowie für Hepatitis B. Die Mehrheit der Kinder zeigte eine gute Immunantwort.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Eine vor Konzeption begonnene Etanercept Therapie darf auch in der Schwangerschaft fortgesetzt werden, wenn dies erforderlich ist. Wenn in der Schwangerschaft eine TNF-α-Therapie erstmals neu begonnen wird, kommt neben Certolizumab pegol auch Etanercept infrage. Nach den Empfehlungen der European League Against Rheumatism (EULAR) kann Etanercept bis zur 32. SSW angewendet werden und, wenn es klinisch notwendig ist, auch darüber hinaus. Letzteres ist eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung, bei der die Krankheitsaktivität eine wesentliche Rolle spielen sollte. Eine effektive Krankheitskontrolle mit niedriger Krankheitsaktivität stellt eine wichtige Voraussetzung für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf dar

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Eine gute interdisziplinäre Betreuung der Schwangeren sollte gewährleistet sein. Dabei können (weiterführende) Ultraschalluntersuchungen hilfreich sein. Der Hersteller empfiehlt aus Vorsichtsgründen, dass in der zweiten Schwangerschaftshälfte exponierte Kinder frühestens 16 Wochen nach der letzten Etanercept-Gabe mit einem Lebendimpfstoff geimpft werden sollten.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser geeignete Alternativen

Abhängig von der Indikation und Krankheitsaktivität, siehe auch rheumatoide Arthritis

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 70 h; Molekulargewicht:150.000; orale Bioverfügbarkeit: extrem gering.

Klinik

Bisher wurden keine Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen beschrieben. Solche erscheinen aufgrund der geringen oralen Verfügbarkeit und großen Molekülmasse auch unwahrscheinlich.

Empfehlung

Wenn Etanercept nach sorgfältiger Prüfung möglicher Alternativen das geeignetste Medikament für die Patientin ist, ist Stillen dabei akzeptabel.


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