Bromocriptin
Bromocriptin ist ein Dopaminagonist mit Prolaktin-senkender Wirkung.
- Indikation (Anwendungsgebiet)
Behandlung von Störungen, die im Zusammenhang mit einer Hyperprolaktinämie stehen (Amenorrhoe, Oligomenorrhoe, Ovarialinsuffizienz, Galaktorrhoe), Prolaktinome, Morbus Parkinson, medikamentöses Abstillen nur noch bei strenger Indikation.
- Produktnamen
Parlodel®, Pravidel® und andere.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: SEHR HOCH
1. Trimenon
Auf Grundlage von mehreren tausend dokumentierten Schwangerschaften mit Bromocriptin-Exposition ergibt sich bislang kein Hinweis auf eine erhöhte Abortrate oder teratogene Effekte. In den meisten Fällen wurde Bromocriptin nach Feststellung der Schwangerschaft abgesetzt.
2.-3. Trimenon / Perinatal
Es sind bisher keine fetotoxischen Effekte bekannt, allerdings ist die Erfahrung zur Anwendung nach dem 1. Trimenon begrenzt.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie
Nach Feststellung einer Schwangerschaft sollte Bromocriptin üblicherweise abgesetzt werden. Die Entscheidung über eine Fortführung oder Wiederaufnahme der Therapie im 2. und 3. Trimenon, beispielsweise bei Progression eines Makroprolaktinoms, muss individuell getroffen werden.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft
Keine.
Besser geeignete Alternativen
Keine.
Stillzeit
Es gibt umfangreiche Erfahrungen zu fast 4.000 Müttern, die Bromocriptin nach der Geburt angewendet haben. In nur wenigen Einzelberichten wurde unter einer Therapie mit Bromocriptin gestillt.
Pharmakokinetik
HWZ: biphasische Elimination; insgesamt etwa 38 h; Proteinbindung: 90 – 96%; molare Masse: 654,6 g/mol; orale Bioverfügbarkeit: 4.4 – 6%. Bromocriptin war in den Muttermilchproben von 14 Frauen, die täglich 2,5 mg Bromocriptin einnahmen, nicht nachweisbar.
Klinik
In den meisten Studien und Fallberichten wurde Bromocriptin zum Abstillen eingesetzt. Fokus dieser Studien ist die Wirksamkeit und maternale Verträglichkeit. Unter den wenigen Fällen, in denen während oder nach einer Therapie mit Bromocriptin weitergestillt wurde, (z.B. bei Hyperlaktation oder Mastitis) gibt es bisher keine Berichte über unerwünschte Wirkungen beim gestillten Kind.
Empfehlung
Je nach zugrundeliegender Indikation und Therapieschema muss individuell entschieden werden, ob unter der Therapie mit Bromocriptin gestillt werden kann. Aufgrund seiner besseren Verträglichkeit für die Mutter gilt Cabergolin als das bevorzugte Mittel wenn ein medikamentöses Abstillen indiziert ist.
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