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Erläuterung zur "Ampel"

Valproinsäure

Produktnamen:

  • Convulex ®
  • Ergenyl ®
  • Orfiril ®
  • Valpro beta ®
  • Leptilan ®
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Die therapeutische Wirkung von Valproinsäure beruht wahrscheinlich auf einer Erhöhung der Konzentration der hemmenden Überträgersubstanz Gammaaminobuttersäure (GABA). Gegen Ende der Schwangerschaft wird Valproinsäure in stärkerem Umfang in der Leber metabolisiert, gleichzeitig nimmt der ungebundene Anteil im Plasma zu. Beide Effekte können sich aufheben, so dass die verfügbare aktive Substanz in etwa gleich bleibt. Die Konzentration im Nabelvenenblut ist bei Geburt mit dem 1,4–2,4-fachen deutlich höher als im mütterlichen Plasma. Neugeborene scheiden Valproinsäure aufgrund der noch nicht ausgereiften Leberenzyme verzögert aus.

Indikation: Epilepsie, Phasenprophylaxe bei manisch-depressiven Erkrankungen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Valproinsäure wirkt wie die anderen klassischen Antiepileptika nicht nur im Tierversuch, sondern auch beim Menschen teratogen. Das Risiko scheint höher als bei den anderen Antiepileptika zu sein und eine Kombinationstherapie mit Valproinsäure wirkt stärker teratogen als die Monotherapie. Die Gesamtfehlbildungsrate unter Valproinsäure-Monotherapie beträgt das Zwei- bis Dreifache des Hintergrundsrisikos. Ein Valproinsäure-Syndrom wurde in den 80er Jahren definiert, das u.a. eine Trigonozephalie, Mikrozephalie sowie Epikanthus, flache Nasenwurzel, flaches Philtrum und schmale, sich überkreuzende Finger und Zehen und hyperkonvexe Nägel umfasste. Weitere Fallberichte beschreiben verschiedene präaxiale Extremitätenanomalien, z.B. doppelter oder fehlender Daumen, Aplasie des Radiusstrahls sowie Rippen- und Wirbelsäulenanomalien, Herzfehlbildungen, Hypospadie, Porenzephalie und andere Hirnanomalien. Typisch für Valproinsäure ist vor allem das 20-fach erhöhte Risiko für Spina bifida und andere Neuralrohrdefekte, wenn die Mutter zwischen dem 17. und 28. Tag nach Konzeption behandelt wurde, d.h. etwa 1–2 von 100 exponierten Kinder sind betroffen. In den vergangenen Jahren wurde auch wiederholt über Sprachentwicklungsstörungen, Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten sowie autistische Symptome nach intrauteriner Exposition mit Valproinsäure diskutiert.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten muss bei Langzeitbehandlung mit Valproinsäure bis zur Geburt mit (meist leichten) Anpassungsstörungen beim Neugeborenen gerechnet werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Valproinsäure ist nach heutigem Wissen das riskanteste antiepileptische Medikament für den Embryo. Daher sollte, wenn irgend möglich, auf dieses Antiepileptikum im gebärfähigen Alter verzichtet werden. Ein Mädchen, das als Kind auf Valproinsäure eingestellt wurde, sollte spätestens mit Beginn der Pubertät umgestellt werden, um sich nicht unnötig mit einer ungeplanten Schwangerschaft unter dieser Medikation konfrontiert zu sehen. Falls kein anderes Antiepileptikum infrage kommt, sollten ab Planung einer Schwangerschaft bis Woche 10 täglich 5 mg Folsäure eingenommen werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine stabil eingestellte Patientin, die weiterhin auf eine antikonvulsive Medikation angewiesen ist, sollte ihre Therapie mit Valproinsäure beibehalten, wenn sie unerwartet schwanger geworden ist. Allerdings muss die Dosis geprüft und, wenn noch nicht geschehen, auf mehrere Einzeldosen verteilt werden. Nach Therapie im 1. Trimenon sollte eine sonographische Feindiagnostik zur Kontrolle der fetalen Entwicklung empfohlen werden, um Neuralrohrdefekte und andere Fehlbildungen auszuschließen. Die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser geeignete Alternativen: Lamotrigin, Gabapentin, Levetiracetam, Oxcarbazepin, Carbamazepin. Carbamazepin ist auch teratogen, aber in geringerem Umfang als Valproinsäure; auch bei den anderen Substanzen ist eine teratogene Wirkung nicht auszuschließen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 12-16 h, Neugeborene: 10-67 h; Proteinbindung: 90-95%; molare Masse: 144; relative Dosis: 1-7%; Anteil einer therapeutischen Säuglingsdosis von 20 mg/kg/d: ca. 1,05%; M/P-Quotient: 0,05; orale Bioverfügbarkeit: 100%. Plasmakonzentrationen beim voll gestillten Kind: ca. 0,9%-2,3% der mütterlichen Werte.

Klinik: Bisher gibt es keine Berichte über Auffälligkeiten bei gestillten Kindern.

Empfehlung: Bei einer Monotherapie mit Valproat kann gestillt werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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Die Beratung ist kostenlos.