Gefördert durch

Sicherheit von NSAID in der Schwangerschaft

Nicht-steroidale antiinflammatorische Medikamente (NSAID) zählen zu den am meisten verwendeten Analgetika, die auch von Schwangeren verwendet werden. Ibuprofen gehört hier beispielsweise zu den Schmerzmedikamenten der Wahl im 1. und 2. Trimenon der Schwangerschaft. Im 3. Trimenon jedoch sollen NSAIDs aufgrund ihrer potentiell negativen Auswirkungen auf den Fetus nicht mehr angewendet werden und sind kontraindiziert. In einem vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geförderten Projekt untersuchen wir die Sicherheit dieser Substanzen in den verschiedenen Schwangerschaftstrimena.

  1. Trimenon

Im Rahmen von verschiedenen prospektiven Beobachtungsstudien wird das Abort- und Fehlbildungsrisiko bei Einnahme von NSAIDs untersucht. Basis dieser Analysen sind die am Pharmakovigilanzzentrum für Embryonaltoxikologie strukturiert erfassten Datensätze.

       2./3. Trimenon

Es ist bekannt, dass NSAIDs im 3. Trimenon zu fetotoxischen Effekten (Konstriktion des Ductus arteriosus Botalli, Nierenschädigung) führen können. Für den Zeitraum des 2. Trimenon fehlen hingegen systematische Daten zur Exposition mit NSAID und deren Auswirkung auf den Feten. Auch hinsichtlich nephrotoxischer Folgen ist ein längerfristiger Einsatz von NSAID im 2. Trimenon unzureichend untersucht, weshalb es erforderlich ist, die Datenlage zur Sicherheit von NSAID insbesondere im 2. Trimenon zu verbessern. Ziel ist es, den Umfang eines etwaigen Risikos fetotoxischer Effekte im 2. Trimenon, den Beginn des sensiblen Zeitfensters, die kritische Behandlungsdauer sowie eine Wirkstoffspezifität abzuschätzen. Für diese Fragestellungen werden neben institutsinternen Datensätzen auch Daten und Fallberichte anderer Kooperationspartner aus dem Fachgebiet der Pränataldiagnostik und Pädiatrie sowie weiterer europäischer klinisch-teratologischer Zentren analysiert und bewertet.

Näheres finden Sie hier:
http://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00011140
http://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00011568
http://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00011861

Medikamentenbedingte unerwünschte Schwangerschaftsausgänge: Innovative Ereigniszeitanalyse für nicht-kontinuierlich exponierte Schwangerschaften in der nationalen Deutschen Embryotox Patientendatenbank

Je nach Substanz kann eine Arzneimitteleinnahme während der Schwangerschaft zu schädigenden Effekten bei Embryo und Fetus führen. Das 1. Trimenon, in dem die Embryonalentwicklung stattfindet, ist besonders sensibel für solche Einflüsse. Negative Auswirkungen können angeborene Fehlbildungen aber auch eine erhöhte Rate an Fehlgeburten sein. Der Zeitpunkt und die Dauer der Arzneimittelexposition ist ein wesentlicher Faktor, welcher bei der Bewertung dieser Auswirkungen berücksichtigt werden muss. Dieses methodenorientierte DFG-geförderten Projekt wird gemeinsam von dem Institut für Statistik der Universität Ulm, des Fachbereichs II der Beuth Hochschule für Technik Berlin und dem Pharmakovigilanzzentrum für Embryonaltoxikologie durchgeführt.

Für Spontanaborte, bei denen eine Kausalität zu einer Medikamenteneinnahme besteht, muss eine Zeitabhängigkeit angenommen werden. Ebenfalls besteht ein Zusammenhang zwischen Zeitpunkt einer Medikamentenexposition während der Embryonalentwicklung und dem Auftreten von spezifischen Fehlbildungen. Eine Schlüsselrolle bei der Ereigniszeitanalyse im Kontext pränataler Entwicklung stellt somit also das 'Gestationsalter' dar. Eine Schwangerschaft kann jedoch erst ab dem Zeitpunkt beobachtet werden, an dem sie wahrgenommen bzw. diagnostiziert wurde, d.h. die Daten sind linkstrunkiert (verzögerter Studieneintritt). Werden die Linkstrunkierung, die Dynamik der Medikation im Zeitverlauf und konkurrierende Risiken hinsichtlich des Schwangerschaftsausgangs methodisch unzureichend berücksichtigt, muss mit verzerrten Ergebnissen gerechnet werden. Statistische Methoden der Ereigniszeitanalyse haben sich sowohl theoretisch als auch praktisch bewährt und werden seit kurzem erfolgreich auf Schwangerschaftsdaten angewendet. Allerdings führt dieser Ansatz bei der praktischen Anwendung zu konkreten Fragen, die weitere Lösungen erfordern. Die Embryotox-Datenbank, in der Daten zum Schwangerschaftsbeginn, Medikation während der Schwangerschaft und Schwangerschaftsoutcome archiviert sind, ist Grundlage für dieses Projekt.

http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/288952608

AMTS - Untersuchungen zur Arzneimitteltherapiesicherheit in der Schwangerschaft basierend auf Routinedaten in Deutschland

Die möglichen Konsequenzen einer Arzneimitteleinnahme während der Schwangerschaft sind mit einer großen Unsicherheit verbunden, zumal klinische Studien dazu in der Regel nicht vorliegen und präklinische Ergebnisse zur Teratogenität nicht unmittelbar auf den Menschen übertragbar sind. Das Pharmakovigilanzzentrum für Embryonaltoxikologie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen sehr wichtigen Beitrag geleistet, über bekannte Arzneimittelrisiken in der Schwangerschaft bundesweit aufzuklären und mittels Beobachtungsstudien Signale zu generieren, Risiken zu spezifizieren und Sicherheit zu belegen. Bisher fehlt es jedoch an einer Struktur und standardisierten Methoden, mittels deutscher Routinedaten‐Analysen die dabei generierten Ergebnisse zu prüfen. Konsortialpartner für dieses Projekt sind das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen (BIPS) sowie das Wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG). Dieses Projekt wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert.

Ziele des Projektes sind (1) die Etablierung eines Forschungsverbunds zu Untersuchungen der Arzneimittelsicherheit in der Schwangerschaft basierend auf Routinedaten gesetzlicher Krankenversicherungen in Deutschland durch Zusammenführung klinischer und epidemiologischer Expertise sowie fundierter Erfahrung in der Nutzung von Routinedaten, sowie (2) die Durchführung erster Analysen, um die Effizienz der Prozesse und Methoden zu testen (z.B. zu Valproinsäure, RAAS-Inhibitoren und immunmodulierenden Substanzen). Damit werden die Grundlagen für eine dauerhafte Forschungskooperation geschaffen, die national und international einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Arzneimittelrisiken in der Schwangerschaft leisten kann und damit für das Individuum und die Gesellschaft von weitreichender Bedeutung ist.

Näheres finden Sie hier:

https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/amts-untersuchungen-zur-arzneimitteltherapiesicherheit-in-der-schwangerschaft-basierend-auf-routinedaten-in-deutschland.10

Sicherheit von Antihypertensiva in der Schwangerschaft

Circa 1-3% aller Schwangeren leiden an chronischem Bluthochdruck – die Tendenz ist steigend. Dennoch ist das Sicherheitsprofil der meisten Antihypertensiva nach wie vor unzureichend. In einem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt untersuchen wir die Sicherheit bzw. das Risiko ausgewählter Bluthochdruckmittel in der Schwangerschaft.

  1. Trimenon

In prospektiven Kohortenstudien wird das Fehlbildungs- und Fehlgeburtsrisiko nach antihypertensiver Behandlung analysiert. Basis dieser Beobachtungsstudien sind die am Pharmakovigilanzzentrum Embryonaltoxikologie strukturiert erfassten Datensätze, die Beratungs-assoziiert erhoben wurden.

       2./3. Trimenon

Betablocker im 2. und/ oder 3. Trimenon können zu postnatalen Symptomen führen und haben evtl. Einfluss auf das Geburtsgewicht und Gestationsalter. In einer vergleichenden prospektiven Observationsstudie basierend auf den Datensätzen des Pharmakovigilanzzentrum für Embryonaltoxikologie werden Häufigkeit und Schweregrad diese Auswirkungen untersucht.

Hemmstoffe des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACEI) und Angiotensin-II-Rezeptor-1-Blocker (ARB) können im 2./3. Trimenon zu einer fetalen Nierenschädigung mit Oligo-, Anhydramnion und weiteren schweren Folgen für das Kind führen. Ziel ist es, den Beginn des sensiblen Zeitfensters, die kritische Behandlungsdauer sowie ggf. eine Wirkstoffspezifität und kritische Dosis abzuschätzen und die Charakteristika der Fetopathie differenzierter zu beschreiben. Für diese Fragestellungen werden neben institutsinternen Datensätzen auch Daten weiterer europäischer klinisch-teratologischer Zentren analysiert und bewertet.

      Langzeitauswirkungen von ARBs und ACEIs in der Schwangerschaft auf die kindliche Nierenfunktion
      und das Risiko für das Auftreten einer Hypertonie im Kindesalter

Da die oben beschriebenen schweren fetotoxischen Auswirkungen von ACEI und ARBs bekannt sind, soll untersucht werden, ob Mütter von Kindern mit Hypertonie und bestimmten Nierenerkrankungen häufiger ACEI oder ARBs in der Schwangerschaft eingenommen haben. Hierzu wurde eine Kooperation mit der kindernephrologischen Ambulanz der Charité (KfH Nierenzentrum) vereinbart.

Näheres finden Sie hier:

http://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00010502
http://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00012418
http://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00011568
http://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00011861

Auswirkungen von TNF-alpha-Inhibitoren auf die Kindsentwicklung im 1. Lebensjahr

Die immunsuppressiv wirkendenden TNF-alpha Inhibitoren werden bei Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis eingesetzt und finden auch vermehrt bei Schwangeren Anwendung. Ein zunehmender plazentarer Übergang ab ca. 20 Schwangerschaftswochen ist bekannt. Nicht systematisch ist bisher jedoch untersucht, ob die beim Neugeborenen teilweise so erreichten therapeutischen Konzentrationen klinische Auswirkungen haben. Dieses Projekt wurde vom Bundesministerium für Gesundheit teil finanziert.

Vom Pharmakovigilanzzentrum Embryonaltoxikologie beratene Schwangere mit TNF-alpha Inhibitor Therapie wurden nach der Geburt ihres Kindes gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, wenn ihr Kind das erste Lebensjahr erreicht habe. Untersucht wird, ob die exponierten Kinder ein höheres Infektionsrisiko haben, besondere Impfreaktionen zeigen oder anderweitig Auffälligkeiten in ihrer körperlichen Entwicklung aufweisen. Die exponierten Kinder werden hinsichtlich dieser Endpunkte mit nicht-exponierten Kindern verglichen.

Näheres finden Sie:

http://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00005036

Überprüfung der Effektivität von Risikominimierungsmaßnahmen bei ausgewählten Arzneimitteln in der Schwangerschaft

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlicht zu ausgewählten Arzneimitteln Informationsmaterialien zur Schwangerschaft. Das Pharmakovigilanzzentrum für Embryonaltoxikologie analysiert im Auftrag des BfArM, wie gut Ärztinnen/Ärzte und Patientinnen/Patienten mit diesen Informationsmedien versorgt werden und ob sie diese kennen und verstehen.
Erfolgt eine Beratung zu einem der thematisierten Arzneistoffe, wird anschließend ein kurzes Interview unter anderem zu Vorsichtsmaßnahmen im Hinblick auf eine Schwangerschaft geführt und der Kenntnisstand zu den BfArM Materialen erfragt.
Das Projekt richtet sich mit unterschiedlichen Fragebögen sowohl an Ärztinnen und Ärzte als auch an Patientinnen und Patienten. Der neu entwickelte Erhebungsbogen wird getrennt von der Beratung von anderen Mitarbeitern abgefragt. Die Antworten werden anonymisiert gespeichert und ausgewertet. Der Projektzeitraum erstreckt sich vom 1.1.2018 bis zum 31.12.2021.