Sumatriptan

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Wie alle Triptane wirkt Sumatriptan als selektiver Agonist am 5-HT1-Rezeptor. Im Bereich der harten Hirnhaut führt es unter anderem zur Vasokonstriktion und hemmt die Freisetzung entzündungsfördernder Neuropeptide. Sumatriptan kann oral, subkutan und nasal angewendet werden.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Akute Migränekopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerz.

  • Produktnamen

    Imigran® und andere.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: SEHR HOCH

1. Trimenon

Mehr als 5.000 Schwangerschaftsverläufe wurden in verschiedenen Studien sowie im Herstellerregister für die Gesamtgruppe der Triptane ausgewertet, wovon sich über 3.500 aus sechs verschiedenen Studien auf Sumatriptan beziehen.

Es wurde weder für die gesamte Wirkstoffgruppe der Triptane noch für Sumatriptan ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko beobachtet. Auch deuten die bisherigen Studienergebnisse nicht auf ein relevant erhöhtes Risiko für Spontanaborte nach Triptan-Exposition hin.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Die Erfahrungen zur Anwendung von Triptanen im 2. und 3. Trimenon sind geringer und beziehen sich auf knapp 3.500 beobachtete Schwangerschaftsverläufe, davon ca. 1.800 nach Sumatriptan-Exposition. Die Daten sind nicht ausreichend, um spezifische Risiken differenziert zu bewerten. Insgesamt jedoch, scheint die Anwendung von Sumatriptan weder mit einem relevant erhöhten fetotoxischen Risiko verbunden zu sein, noch scheint das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöht zu sein.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Der Einsatz von Sumatriptan zur Behandlung der akuten Migräneattacke ist während der gesamten Schwangerschaft akzeptabel. Aus der Gruppe der Triptane ist Sumatriptan während der Schwangerschaft das Mittel der Wahl.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Keine.

Besser geeignete Alternativen

Keine aus der Gruppe der Triptane. Ibuprofen, das allerdings nur maximal bis zur 28. Schwangerschaftswoche wegen des Risikos eines vorzeitigen Verschlusses des Ductus arteriosus Botalli eingenommen werden darf. Bei individuell gegebener Wirksamkeit auch Paracetamol.

Stillzeit

Die Erfahrungen stützen sich auf pharmakokinetische Untersuchungen der Muttermilch bei 13 Stillenden mit Sumatriptan-Exposition.

Pharmakokinetik

HWZ: 2 – 3 h; Proteinbindung: 14 – 21%; molare Masse: 295 g/mol; relative Dosis: 3,5% nach s.c. Anwendung; max. 0,6% nach oraler Anwendung; M/P-Quotient: 4,9; orale Bioverfügbarkeit: 14%, mittlere Bioverfügbarkeit nach s.c. Anwendung: 96%.

Klinik

Es liegen keine publizierten Erfahrungen zur Auswirkung von Sumatriptan auf gestillte Kinder vor. Bisher wurde nicht über unerwünschte Effekte bei gestillten Kindern berichtet. Aufgrund der geringen relativen kindlichen Dosis und oralen Bioverfügbarkeit sind diese bei den üblichen Einzeldosen auch nicht zu erwarten. Bei Stillenden selbst gibt es Berichte über Schmerzen der Brust und Brustwarzen und über eine verringerte Milchproduktion nach Anwendung von Triptanen.

Empfehlung

Zu den Analgetika der Wahl während der Stillzeit gehören Ibuprofen und Paracetamol. Bei unzureichender Wirksamkeit kann auch Sumatriptan zur Behandlung akuter Migräneattacken eingesetzt werden.


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