Spezifische Immuntherapie (SIT)
Die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, ist der einzige kausale Behandlungsansatz für Allergien. Durch die mehrjährige, regelmäßige subkutane oder sublinguale Verabreichung des Allergens soll eine langfristige immunologische Toleranz induziert werden. Hierdurch können Symptome reduziert, der Medikamentenbedarf gesenkt und die Entstehung eines allergischen Asthmas verhindert werden.
- Indikation (Anwendungsgebiet)
Allergien gegen Insektengifte, Pollen und Hausstaubmilben.
- Produktnamen
ACARIZAX®, ALK®, Allergovit®, Depigoid®, Purethal®, Venomil® und andere.
- Synonyme
Hyposensibilisierung, Desensibilisierung, Allergen-Immuntherapie (AIT).
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: HOCH
1. Trimenon
Fall-Kontroll- und Register-Studien mit über 1.000 beobachteten Schwangerschaften zeigten kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei Fortsetzung einer gut vertragenen subkutanen oder sublingualen SIT im 1. Trimenon. Ein erhöhtes Abortrisiko konnte bei über 400 untersuchten Schwangerschaften ebenfalls nicht festgestellt werden. Zur Initiierung einer SIT während der Frühschwangerschaft liegen lediglich Daten zu sieben Schwangerschaften vor, die keine spezifischen Auffälligkeiten zeigten.
2.-3. Trimenon / Perinatal
Die Auswertung von insgesamt über 1.000 Schwangerschaften zeigte kein erhöhtes Risiko für Totgeburten, Präeklampsie oder Frühgeburtlichkeit bei Fortsetzung einer etablierten SIT in der Schwangerschaft. Zur Initiierung einer Hyposensibilisierung zu verschiedenen Zeitpunkten der Schwangerschaft liegen Daten zu insgesamt etwa 30 Schwangerschaften vor, die ebenfalls keine Auffälligkeiten zeigten.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie
Die Fortsetzung einer gut vertragenen SIT ist auch während der Schwangerschaft möglich. Aufgrund der seltenen Nebenwirkung einer Anaphylaxie mit möglicher fetaler Hypoxie sollte eine SIT nicht während der Schwangerschaft begonnen und auf Dosissteigerungen bei einer bereits initiierten Therapie verzichtet werden.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft
Keine.
Besser geeignete Alternativen
Keine. Für die symptomatische Therapie siehe Allergien und Asthma bronchiale.
Stillzeit
Es liegen keine publizierten Daten zum Stillen während einer SIT vor.
Pharmakokinetik
Es gibt keine Hinweise darauf, dass die verwendeten Allergene nach sublingualer oder subkutaner Verabreichung in nennenswertem Umfang in das Gefäßsystem absorbiert werden.
Klinik
Hinweise auf negative Auswirkungen einer SIT in der Stillzeit liegen nicht vor.
Empfehlung
Eine SIT kann in der Stillzeit durchgeführt werden.
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