Erläuterung zur "Ampel"

Metoclopramid

Produktnamen:
  • Cerucal retard ®
  • Gastronerton ®
  • Gastrosil ®
  • MCP ®
  • Paspertin ®
  • und (weitere) Generika

Metoclopramid

Erläuterung zur "Ampel"

Metoclopramid

Produktnamen:
  • Cerucal retard ®
  • Gastronerton ®
  • Gastrosil ®
  • MCP ®
  • Paspertin ®
  • und (weitere) Generika

Metoclopramid regt die Peristaltik des oberen Gastrointestinaltraktes an und blockiert Dopaminrezeptoren. Es besitzt deshalb einen zentralen antiemetischen Effekt durch Beeinflussung der Area postrema und fördert, ebenfalls über einen zentralen Angriffspunkt, die Entleerung des Magens. Zu den unerwünschten Wirkungen zählen akute extrapyramidale Symptome und tardive Dyskinesien. Metoclopramid wird nach oraler Gabe gut resorbiert und erreicht den Feten rasch.

Indikation: Motilitätsstörungen des oberen Magen-Darm-Traktes. Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: SEHR HOCH

1. Trimenon: Mehrere zehntausend in verschiedenen Studien ausgewertete Schwangerschaftsverläufe zeigten weder ein erhöhtes Spontanabortrisiko noch eine erhöhte Gesamtfehlbildungsrate. Die meisten Daten mit über 28.000 im 1. Trimenon exponierten Schwangerschaften stammen aus einer dänischen Registerstudie.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Metoclopramid ist mit keinem erhöhtem Risiko für Frühgeburten, Totgeburten, verringertem Geburtsgewicht oder fetaler Wachstumsretardierung assoziiert. Pränatal exponierte Kinder, die bis zum Alter von vier Jahren untersucht worden waren, entwickelten sich normal.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Metoclopramid kann zur Behandlung von Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen eingesetzt werden und ist besonders wirksam bei Übelkeit und Erbrechen mit gastroösophagealem Reflux. Das Risiko für tardive Dyskinesien steigt mit Dauer der Behandlung und der totalen kumulativen Dosis, weswegen so kurz wie möglich und nicht wochenlang therapiert werden sollte.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine

Besser erprobte Alternativen: Meclozin. Erhältlich nur noch über Auslandsapotheken, da der deutsche Hersteller die Vermarktung 2007 eingestellt hat. Dimenhydrinat, Doxylamin/Pyridoxin.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 4-6 h; Proteinbindung: 30%; molare Masse: 299; relative Dosis: 4,7%; M/P-Quotient: 0,5-4,0; orale Bioverfügbarkeit: 30-100 %. Metoclopramid geht in die Muttermilch über und kann in Einzelfällen zu messbaren Plasmaspiegeln (zwischen 1- 8% des mütterlichen Plasmaspiegels) beim Säugling führen.

Klinik: In Einzelfällen wurden Blähungen, milde abdominelle Symptome oder leicht erhöhte Prolaktinwerte im Zusammenhang mit einer Metoclopramid-Einnahme der stillenden Mutter beschrieben. Metoclopramid kann über eine Prolaktinerhöhung die Milchbildung erhöhen. Mehrere Studien mit jeweils ca. 20-40 Patientinnen, größtenteils mit methodischen Schwächen, haben die Wirkung von Metoclopramid zur Erhöhung der Milchbildung untersucht. In einer Placebo-kontrollierten Studie konnte die Milchproduktion von Müttern, die eine Frühgeburt hatten, nicht signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht werden. Insgesamt sind keine Störungen der Hypophysenregulation oder ernsthafte Symptome bei gestillten Kindern zu erwarten.

Empfehlung: Metoclopramid darf indikationsgerecht über kurze Zeit eingesetzt werden.

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