Erläuterung zur "Ampel"

Loperamid

Produktnamen:
  • Imodium ®
  • Loperhoe ®
  • Lopedium ®
  •  

Loperamid

Erläuterung zur "Ampel"

Loperamid

Produktnamen:
  • Imodium ®
  • Loperhoe ®
  • Lopedium ®
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Loperamid ist ein synthetisches Piperidin-Derivat, das hauptsächlich lokal die Darmmotilität durch Interaktion mit den gastrointestinalen/peripheren Opiat-Rezeptoren hemmt. Aufgrund der geringen oralen Bioverfügbarkeit ist die zentrale Wirkung normalerweise zu vernachlässigen.

Indikation: Symptomatische Behandlung von Diarrhöen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Eine prospektiven Untersuchung mit 89 im 1. Trimenon exponierten Schwangeren ergab keine Hinweise auf teratogene Effekte. In einer neueren Studie mit 683 Schwangeren aus schwedischen Registern wurde ein minimal erhöhtes Risiko für Fehlbildungen und ein leicht erhöhtes Risiko für Hypospadien, auf sieben betroffenen Kindern beruhend, berechnet. Die Autoren selbst interpretieren die Ergebnisse am ehesten als einen Effekt des multiplen Testens. Aufgrund aller bisherigen Erfahrungen und der fehlenden Teratogenität im Tierversuch muss nicht mit einem substanziellen teratogenen Risiko gerechnet werden. 

2.-3. Trimenon / Perinatal: In einer prospektiven Untersuchung fiel bei den Kindern von 21 Müttern, die in der Schwangerschaft durchgehend behandelt worden waren, ein gegenüber der Kontrollgruppe um durchschnittlich 200 g niedrigeres Geburtsgewicht auf. Die Erfahrungen zur Dauertherapie in der Schwangerschaft sind begrenzt.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Nur selten erfordert eine akute Diarrhö eine Behandlung, die über diätetische Maßnahmen hinausgeht. Falls tatsächlich eine medikamentöse Hemmung der Darmmotilität indiziert ist, sollte Loperamid gewählt werden. Eine Langzeittherapie sollte während der Schwangerschaft vermieden werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei Anwendung über wenige Tage keine.  Bei langfristiger Therapie sonographische Kontrolle des fetalen Wachstums. Bitte nehmen Sie im Falle einer Therapie im 1. Trimenon oder längerfristigen Anwendung mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: keine

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 11-15 h; Proteinbindung: ca. 95%; molare Masse: 477; relative Dosis: ‹0,1%; M/P-Quotient: 0,36-0,5; orale Bioverfügbarkeit: gering.

Klinik: Berichte über Symptome bei gestillten Kindern liegen bisher nicht vor und sind aufgrund der geringen relativen Dosis  nicht zu erwarten. Es gibt jedoch kaum dokumentierte Erfahrung zur Anwendung in der Stillzeit. 

Empfehlung: Falls diätetische Maßnahmen tatsächlich nicht ausreichen, darf auch in der Stillzeit vorübergehend Loperamid genommen werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.