Erläuterung zur "Ampel"

Acetylsalicylsäure

Produktnamen:
  • Acesal ®
  • Aspirin ®
  • ASS ®
  • Godamed ®
  • Sonopain ®
  • Werodon ®
  • und Generika 

Acetylsalicylsäure

Erläuterung zur "Ampel"

Acetylsalicylsäure

Produktnamen:
  • Acesal ®
  • Aspirin ®
  • ASS ®
  • Godamed ®
  • Sonopain ®
  • Werodon ®
  • und Generika 

Synonym: ASS

Acetylsalicylsäure hat eine dosisabhängige Wirkungsweise: Hemmung der Synthese von Thromboxan Aund Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren bei niedrigen Dosen (100 bis maximal 300 mg/d) oder Hemmung der Prostaglandinsynthese bei Einzeldosen ab 500 mg. 

Indikation: Als Analgetikum (leichte bis mäßig starke Schmerzen), Antipyretikum, Antiphlogistikum und zur Thrombozytenaggregationshemmung, außerdem zur Prävention wiederholter Spontanaborte und Präeklampsie.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: In zahlreichen Publikationen wurden keine entwicklungstoxischen Effekte beim Menschen beobachtet. Hinweise aus einzelnen Studien auf ein erhöhtes Risiko für Gastroschisis und Nierenfehlbildungen sowie für Spontanaborte wurden bisher nicht bestätigt. Dies gilt auch für den behaupteten Zusammenhang zwischen einer ASS-Einnahme am Ende des ersten Trimenon oder zu Beginn des zweiten und dem Auftreten eines Hodenhochstands. Die betreffenden Ergebnisse beruhen auf sehr kleinen Zahlen und die Methodik der Untersuchung wird kritisiert. Zusammengefasst ist kein nennenswertes teratogenes Risiko anzunehmen. Eine „Low-dose“-Behandlung, die unter bestimmten Bedingungen zur Prophylaxe wiederholter Spontanaborte und Präeklampsie indiziert ist, ist unproblematisch. Die Wirksamkeit einer solchen Medikation ist bisher nicht eindeutig geklärt.

2.-3. Trimenon/Perinatal: Da Prostaglandinsynthesehemmstoffe die Kontraktilität des Uterus vermindern, können Salicylate die Dauer der Schwangerschaft und den Geburtsvorgang durch Herabsetzung der Wehentätigkeit verlängern. Früher hat man sie deshalb zur Tokolyse eingesetzt. Unter der Geburt wurde außerdem ein erhöhter mütterlicher Blutverlust nach Salicylateinnahme beobachtet.
Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann etwa ab Schwangerschaftswoche 28 zu einer Verengung bzw. einem verfrühten Verschluss des Ductus arteriosus (DA) Botalli führen.
Insbesondere bei Frühgeborenen können schon analgetische Einzeldosen von 500 mg kurz vor der Geburt das Risiko für intrakranielle Blutungen erhöhen. Eine „Low dose“-Behandlung wird dagegen gut vertragen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:  ASS ist in der Schwangerschaft bis Woche 28 Analgetikum und Antipyretikum der zweiten Wahl. Eine „Low dose“-Behandlung kann bei entsprechender Indikation in der ganzen Schwangerschaft durchgeführt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Analgetische Einzeldosen erfordern keine Konsequenz. Bei regelmäßiger Einnahme analgetischer oder antiphlogistischer Dosen im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte der fetale Ductus arteriosus dopplersonographisch kontrolliert werden. Eine „Low dose“-Behandlung sollte vor geplanten operativen Eingriffen bzw. vor der Geburt abgesetzt werden, wenn dies nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung möglich ist.

Besser erprobte Alternativen: Als Analgetikum ist Paracetamol vorzuziehen. Für die längerfristige antiphlogistische Behandlung sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), z.B. Ibuprofen (bis Schwangerschaftswoche 28), zu bevorzugen.

Stillzeit

Pharmakokinetik: Plasma-HWZ: 15 min, Metabolite: dosisabhängig 3-22 h, Muttermilch: >7 h; Proteinbindung: 80-90%; molare Masse: 180; relative Dosis: 2-6%; M/P-Quotient: 0,1; orale Bioverfügbarkeit: 80-100%. Bei antirheumatischer Dosis von 4 g/Tag wurden im Einzelfall therapeutische Konzentrationen im Plasma des Kindes gemessen.

Klinik: Bis auf einen 16 Tage alten symptomatischen Säugling mit einer toxischen Salicylatkonzentration von 240 mg/l im Plasma, dessen Mutter täglich 4 g ASS erhielt, wurden keine Symptome bei gestillten Kindern beobachtet. Insbesondere sind Gerinnungsstörungen oder ein Reye-Syndrom unter analgetischer Dosierung via Muttermilch nicht zu erwarten.

Empfehlung: Die gelegentliche Einnahme von Acetylsalicylsäure als Schmerzmittel bis 1,5 g/Tag erscheint vertretbar. Paracetamol und Ibuprofen sind als Schmerzmittel jedoch zu bevorzugen. Die regelmäßige Einnahme –€œ vor allem in antiphlogistischer (antirheumatischer) Dosis –€œ ist nicht akzeptabel. Unproblematisch sind die „Low dose“-Behandlung mit 100–€œ300 mg/Tag und die äußerliche Anwendung von Salicylaten.

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