Erläuterung zur "Ampel"

Moclobemid

Produktnamen:
  • Aurorix ®
  • und Generika

Moclobemid

Erläuterung zur "Ampel"

Moclobemid

Produktnamen:
  • Aurorix ®
  • und Generika

Moclobemid blockiert reversibel und selektiv das Enzym Monoaminoxidase-A (MAO-A), das v.a. am Abbau von Noradrenalin und Serotonin beteiligt ist.  Die Konzentration dieser Neurotransmitter erhöht sich durch eine Hemmung der MAO-A, wodurch die antidepressive Wirkung von Moclobemid erklärt wird. Die Monoaminoxidase A findet sich u.a. auch in der Plazenta. Es besteht ein vergleichsweise hohes Interaktionspotenzial mit anderen Arzneimitteln.

Indikation: Depressive Erkrankungen; soziale Phobie.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Insgesamt wurden mehr als 50 im ersten Trimenon exponierte Schwangerschaftsverläufe unter Moclobemid dokumentiert; systematische und methodisch hochwertige Untersuchungen sind jedoch noch nicht verfügbar. Ein Fallbericht und eine Fallsammlung dokumentieren fünf Schwangerschaftsverläufe mit gesunden Kindern nach mütterlicher Moclobemid-Einnahme in der gesamten Schwangerschaft. In einer englischen Kohortenstudie wurden 16 Schwangerschaftsverläufe mit lebendgeborenen Kindern nach mütterlicher Moclobemid-Einnahme im 1. Trimenon dokumentiert. Eines der Kinder wies kongenitale Anomalien auf (u.a. eine Gaumenspalte und neurologische Auffälligkeiten), die anderen waren gesund. In einer schwedischen Registerstudie wurden 47 exponierte Schwangerschaftsverläufe dokumentiert, jedoch nur in der Gesamtgruppe der Antidepressiva ausgewertet. Zusammengefasst fanden sich bisher keine Hinweise auf Teratogenität, auch nicht in tierexperimentellen Studien.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten können bei Behandlung mit Moclobemid bis zur Geburt in den ersten Lebenstagen neonatale Anpassungsstörungen auftreten mit neurologischen, gastrointestinalen und kardiorespiratorischen Symptomen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Bei einer medikamentösen Neueinstellung und vor einer geplanten Schwangerschaft sollten besser untersuchte Antidepressiva bevorzugt werden. Wenn Moclobemid verglichen mit anderen Antidepressiva im individuellen Fall eindeutig wirksamer ist, kann es auch in der Schwangerschaft weiter eingenommen werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden. Die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, um Krisen bei der Mutter und fetalen Entwicklungskomplikationen (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) rechtzeitig begegnen zu können. In den ersten Lebenstagen ist beim Neugeborenen auf Anpassungsstörungen zu achten. Die Entbindung sollte daher in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Abhängig vom individuellen Rückfallrisiko und nur dann, wenn es die klinische Situation erlaubt, kann ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin die Medikation pausiert oder in der Dosis reduziert werden, um dem Neugeborenen die Anpassung nach der Geburt zu erleichtern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: z.B. Sertralin und Citalopram.

Stillzeit

Es liegen publizierte Erfahrungen zu 13 Mutter-Kind-Paaren vor.

Pharmakokinetik: HWZ: 2-7 h, maximale Plasmakonzentration ca. 1 h nach Einnahme, Abklingen der MAO-Hemmung nach etwa 24 h, Proteinbindung: 50 %; MW: 269; relative Dosis: 2 % bis 6,2 %; M/P-Quotient: 0,39-1,21; orale Bioverfügbarkeit: 50-80 %.

Klinik: Bisher wurden keine Auffälligkeiten bei gestillten Kindern beobachtet. Zwei der beobachteten Kinder wurde länger als ein Jahr gestillt.

Empfehlung: Stillen bei Monotherapie und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.