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Helicobacter pylori- Erkrankung

Helicobacter pylori (H.pylori) ist ein gramnegatives Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedelt und zur Ausbildung einer chronischen Gastritis führt. Auf diesem Boden können sich Magen- oder Duodenalulzera, seltener ein Magenkarzinom, ein gastrales MALT-Lymphom oder dyspeptische Beschwerden als häufigste mit der H. pylori-Infektion assoziierte Erkrankungen entwickeln. Eine Infektion mit dem Bakterium H. pylori ist häufig. Der Übertragungsweg ist bisher nicht geklärt.

Es gibt keine eindeutige Empfehlung zur Indikation einer Eradikationstherapie bei asymptomatischer, zufällig diagnostizierter H. pylori-Gastritis. Die Voraussetzung für eine Behandlung sollte allerdings immer ein positiver Keimnachweis sein. Bei der individuellen Entscheidung für eine H. pylori-Eradikation können neben dem Patientenwunsch und subjektiven Leidensdruck weitere Argumente berücksichtigt werden wie Aspekte der Karzinomprävention, mögliche zukünftige Therapie mit NSAR, Reduktion der Arztbesuche und der Endoskopien.

Die H. pylori Infektion ist für die meisten Infizierten eine benigne Erkrankung, zu deren Behandlung gut verträgliche und komplikationsarme Schemata zur Verfügung stehen. Zur medikamentösen Behandlung wird in der Regel eine Kombinationstherapie mit zwei Antibiotika und einem Protonenpumpen-Inhibitor durchgeführt, die so genannte Eradikationstherapie.

Ein Problem stellen die zunehmenden Resistenzen gegen die Antibiotika dar, welche dazu führen, dass die Therapie mit den traditionell eingesetzten Arzneimitteln nicht immer erfolgreich ist.

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

Die Prävalenz einer H. pylori-Infektion in der Schwangerschaft beträgt 20-30% in den meisten Ländern Europas. Es gibt starke Hinweise darauf, dass H. pylori mit einer Hyperemesis gravidarum assoziiert sein kann. In mehreren Fall-Kontroll-Studien konnte gezeigt werden, dass eine Eradikation in der Schwangerschaft die Symptome signifikant verbessern konnte. Daher sollte, wenn indiziert, eine Eradikationstherapie in der Schwangerschaft erwogen werden. Des Weiteren wird diskutiert, ob eine H. pylori Infektion mit einem vermehrten Auftreten von Eisenmangelanämie, intrauteriner Wachstumsretardierung und Präeklampsie in Zusammenhang stehen könnte.

Eine H.-pylori-Eradikation kann bei entsprechender Indikation auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden.  Als First-Line-Therapie haben sich generell eine Tripletherapie aus zwei Antibiotika und einem Protonenpumpeninhibitor durchgesetzt: Entweder das französische Tripleschema mit Amoxicillin und Clarithromycin oder das italienische mit Metronidazol und Clarithromycin für jeweils mindestens sieben, maximal 14 Tage. Nach dem derzeitigen Stand sind beide Schemata gleichwertig zu beurteilen, bei der Auswahl des Erstlinientherapieschemas sollte die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Antibiotikaresistenz berücksichtigt werden. Weitere beeinflussbare Faktoren für die Wirksamkeit einer H. pylori-Therapie sind die Compliance, Rauchstopp und das Ausmaß der Säurehemmung.

Mittel der Wahl

Die Tripletherapie kann bei entsprechender Indikation in jeder Phase der Schwangerschaft durchgeführt werden; da Penicilline weiterhin als Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft gelten ist das französische Schema mit Amoxicillin und Clarithromycin, wenn möglich, dem italienischen Schema vorzuziehen. Omeprazol ist der Protonenpumpenhemmer mit den meisten Erfahrungen in der Schwangerschaft. Nach Versagen der Primärtherapie muss über eine erfolgversprechende Zweitlinientherapie in der Schwangerschaft individuell und möglichst nach Empfindlichkeitsnachweis entschieden werden.


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