Beratung

Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie Berlin, kurz PVZ Embryotox, bietet eine individuelle telefonische Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit auf aktuellem wissenschaftlichen Stand an. Anfragen zur Stillzeit sind aus Kapazitätsgründen Fachkreisen vorbehalten. (siehe auch Hinweise)

UAW- Meldung

Im Falle eines unerwünschten/pathologischen Schwangerschaftsausgangs nach Arzneimitteltherapie der Mutter, wird dieser Verlauf dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) berichtet.

Internetportal

Unser Internetportal bietet frei zugänglich wissenschaftlich aktuelle Informationen zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit an. Dies ist sinnvoll, da die Angaben in der Roten Liste, Fachinformation oder auf dem Beipackzettel nicht immer auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sind und keine vergleichende Risikobewertung zwischen verschiedenen Arzneimitteln erlauben. Aus den genannten Informationsmedien geht weder hervor, wie hoch ein mögliches Risiko ist noch wie umfangreich die positiven Erfahrungen mit einem Arzneistoff sind. Zudem werden, wenn dies erforderlich ist, keine für die Schwangerschaft besser geeigneten Arzneimittel vorgeschlagen. All dem trägt unsere Webseite Rechnung. Unsere Webseite nimmt weder Werbung noch kommerzielle Anzeigen auf und wird ausschließlich durch öffentliche Einreichungen wie das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt. Es bestehen keine direkten oder indirekten Abhängigkeiten von der pharmazeutischen Industrie oder anderen Anbietern mit eigenen (kommerziellen) Interessen. Außerdem fließt der aktuelle Diskussionsstand in den einschlägigen teratologischen Fachgesellschaften in die Abfassung der Texte ein. Der besseren Lesbarkeit wegen haben wir auf Detailnachweise innerhalb der Texte verzichtet. Bei speziellen Fragen zum Literaturnachweis können Sie sich auch direkt an unser Institut wenden.

Unser Internetportal wurde 2008 eröffnet. Das technische Konzept hat die Beuth Hochschule unter Koordination von Prof. Dr. Reinhard Meister entwickelt. In den Händen von Benjamin Stockhaus lag die Programmierung und technische Betreuung. Prof. Dr. Horst Spielmann war maßgeblich an der inhaltlichen Konzeptionierung beteiligt. Die Startfinanzierung erfolgte durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit. Seit Juli 2018 erscheint embryotox.de nun in neuem Gewand und mit überarbeiteten Funktionen.

Forschung

Obwohl präklinische, tierexperimentelle Prüfungen inzwischen vor der Marktzulassung eines Arzneimittels vorgeschrieben sind und zahlreiche Studien zum Arzneimittelrisiko während der Schwangerschaft publiziert wurden, ist die Datenlage für viele Medikamente immer noch unzureichend. Da an Schwangeren normalerweise keine klinischen Studien durchgeführt werden dürfen, ist man auf andere Quellen angewiesen. Eine Möglichkeit ist die Beobachtung „zufällig“ Arzneimittel-exponierter Schwangerer. Solcherart Beobachtungsstudien führt das PVZ Embryotox durch, indem es Beratungs-assoziiert den weiteren Verlauf von Schwangerschaften erfragt und die so erhobenen Daten anonymisiert in epidemiologischen Studien auswertet. Dies geschieht auch im Rahmen des vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erteilten Pharmakovigilanzauftrags. Für Details siehe unter Projekte.

Finanzierung

Unser Institut wird aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) finanziert. Forschungsprojekte werden von Drittmittelgebern finanziert, zu denen Arzneimittelfirmen oder anderen Interessengruppen nicht gehören.