Zikavirus-Ausbruch in Mittel- und Südamerika (März 2016)

Seit Anfang 2016 häufen sich Berichte über auffällige Neugeborene in Brasilien, deren Mütter während der Schwangerschaft Kontakt mit dem Zikavirus hatten. Seit Oktober 2015 sind dort mehr als 4000 Neugeborene mit Verdacht auf Mikrozephalie geboren worden.

Das Zikavirus wird von Mücken (Aedes Mücke) übertragen. Die Symptome einer Zikavirus-Infektion sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Bindehautentzündung und Fieber. Sie treten drei bis sieben Tage nach einem infektiösen Mückenstich auf und können bis zu einer Woche anhalten. Bei etwa 75% aller Infizierten verläuft die Erkrankung jedoch asymptomatisch.

Die Erkrankung wird symptomatisch behandelt, einen Impfstoff gibt es bisher nicht. Die einzige Prävention besteht darin, Mückenstiche durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden (Expositionsprophylaxe).

Es gibt Hinweise, dass die Infektion mit dem Zikavirus zu Fehlbildungen beim Ungeborenen führt, wenn die Mutter sich in der Schwangerschaft infiziert, insbesondere wenn dies im ersten Trimenon geschieht. Die betroffenen Kinder werden mit einem besonders kleinen Kopf (Mikrozephalie) und damit einhergehend einem zu kleinen Hirnvolumen geboren. Die Folge können Entwicklungsstörungen des Gehirns mit geistiger Behinderung und andere neurologische Störungen sein.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht seit Januar 2016 von etwa 4800 betroffenen Neugeborenen in Brasilien aus. Das Zikavirus konnte bereits im Hirngewebe verstorbener Feten und im Fruchtwasser nachgewiesen werden. Am 1.2.2016 hat die WHO eine „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (public health emergency of international concern – PHEIC) ausgerufen, die für betroffene Staaten in Mittel- und Südamerika spezifische Empfehlungen bereit stellt. Für Deutschland haben diese Empfehlungen erst einmal keine direkten Auswirkungen.

Allerdings sollten Schwangere und Frauen, die schwanger werden wollen, auf Reisen in Zikavirus-Ausbruchsgebiete bis auf weiteres verzichten.

Eine sexuelle Übertragbarkeit erscheint derzeit nicht ausgeschlossen. Nach einer möglichen Exposition in den Ausbruchsgebieten sollten Männer bei Sexualverkehr mit einer Schwangeren oder einer Frau, die nicht verhütet, für 6 Monate Kondome benutzen.

Ausführlichere Informationen erhalten Sie auf den Seiten der folg. Organisationen:

WHO   http://www.who.int/mediacentre/factsheets/zika/en/#

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) http://www.dtg.org/24.html?&tx_ttnews[tt_news]=136&cHash=cd8002635595379205e7612258861c95#

Robert-Koch-Institut   http://www.rki.de