Terbinafin

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Terbinafin ist ein Antimykotikum aus der Gruppe der Allylamine mit einer guten Wirkung bei Pilzinfektionen der Haut und der Nägel durch Dermatophyten. Durch Hemmung der Ergosterolsynthese auf Stufe der Squalenepoxidase und die intrazelluläre Anreicherung von Squalen wirkt es fungizid. Terbinafin kann oral oder lokal angewendet werden. Nach kutaner Applikation werden weniger als 5% der aufgetragenen Dosis resorbiert, sodass die systemische Exposition bei einer Lokaltherapie sehr gering ist.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Hautpilzerkrankungen der Haut und Nägel.

  • Produktnamen

    Amiada®, Dermatin®, Lamisil®, Myconormin® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Dokumentierte Erfahrungen aus einer kleineren prospektiven Studie mit 24 im 1. Trimenon, teils lokal, teils systemisch exponierten Schwangeren ergaben wie knapp 40 beim Hersteller erfassten Verläufe mit Tabletteneinahme aber unklarem Einnahmezeitpunkt keine Hinweise auf ein teratogenes Potenzial.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bisher sind keine fetotoxischen Effekte bekannt.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Auf die Anwendung von Terbinafin sollte in der Schwangerschaft möglichst verzichtet werden. Dies gilt besonders für die systemische Anwendung im 1. Trimenon.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Nach systemischer Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden.

Besser erprobte Alternativen:

In Abhängigkeit vom Erreger kommen ClotrimazolMiconazol und Nystatin für eine lokale Therapieinfrage.Über eine systemische Behandlung mitAntimykotika muss individuell entschieden werden.
 

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 36 h; Proteinbindung: 99%; molare Masse: 291; relative Dosis: 3,8%; gastrointestinale Resorption: >70%; orale Bioverfügbarkeit: ca. 50% (aufgrund eines First-pass-Metabolismus).
Untersuchungen an zwei Frauen mit oraler Einnahme von Terbinafin ergaben einen geringen Übergang in die Muttermilch.

Klinik

Es gibt kaum Erfahrungen zur Verträglichkeit von Terbinafin in der Stillzeit.

Empfehlung

Bei einer lokalen Therapie sind die gut untersuchten Antimykotika ClotrimazolMiconazol und Nystatin zu bevorzugen. Ist dennoch zwingend Terbinafin erforderlich, darf uneingeschränkt weiter gestillt werden, da aufgrund der geringen systemischen Resorption nach lokaler Applikation nicht mit einer nennenswerten Aufnahme durch den Säugling gerechnet wird. Eine systemische Therapie sollte möglichst vermieden werden.


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