Gefördert durch

Sultamicillin

grün
Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.

Sultamicillin ist ein oral verfügbares Prodrug von Ampicillin plus Sulbactam. Es wird im Körper rasch in beide Komponenten gespalten. Sulbactam hemmt β-Lactamasen irreversibel und erweitert so in fixer Kombination mit Ampicillin dessen Wirkungsspektrum. Beide Wirkstoffe passieren die Plazenta und sind in der Amnionflüssigkeit nachweisbar.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

In einer Reihe von Studien mit mehreren tausend ausgewerteten Schwangerschaften ergaben sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach Anwendung von Penicillinen.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Bei entsprechendem Keimspektrum kann Sultamicillin in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

keine.

Stillzeit

Pharmakokinetik

Sultamicillin: orale Bioverfügbarkeit: 80-85%; rasche Spaltung in Ampicillin und Sulbactam.
Ampicillin: HWZ: 1,3 h, Neugeborene: 1,7 h; Proteinbindung: >20%; molare Masse: 349; relative Dosis: 1,5%; Anteil einer therapeutischen Säuglingsdosis von
50 mg/kg/d: ca. 0,3%; M/P-Quotient: 0,58; orale Bioverfügbarkeit: 30-60%.
Sulbactam: HWZ: 1-2 h; Proteinbindung: 38%; molare Masse: 233; relative Dosis: 1%; orale Bioverfügbarkeit: gering.

Klinik

Die meisten gestillten Kinder haben keine Symptome. Im Einzelfall kann es zu dünnerem Stuhlgang, selten zu Durchfall kommen.

Empfehlung

Bei entsprechendem Keimspektrum kann Sultamicillin in der Stillzeit eingesetzt werden.


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