Sulfasalazin

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Sulfasalazin gehört zu den intestinalen Antiphlogistika. Es wird im terminalen Ileum und hauptsächlich im Colon durch Darmbakterien in seine Bestandteile 5-Aminosalicylsäure und Sulfapyridin gespalten. Die 5-Aminosalicylsäure, der wahrscheinlich hauptsächlich therapeutisch wirksame Metabolit des Sulfasalazins, beeinflusst den Arachidonsäurestoffwechsel, wobei es durch Hemmung der Lipoxygenase zu einer verminderten Synthese von Leukotrienen kommt, die als Entzündungsmediatoren eine entscheidende Rolle spielen. Als weitere Wirkmechanismen werden die Hemmung der IgA-, IgG- und IgM-Sekretion durch mononukleäre Zellen sowie eine Bindungshemmung von chemotaktischen Peptiden an neutrophile Zellen diskutiert. Sulfapyridin hat antibakterielle Eigenschaften. Weiterhin kommt ihm vermutlich eine Bedeutung bei der Behandlung von extraintestinalen Manifestationen wie einer Gelenkbeteiligung zu.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Akutbehandlung und Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa und des milden bis moderaten Morbus Crohn bei Befall des Colons und Arthropathien bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Behandlung der aktiven rheumatoiden Arthritis des Erwachsenen.

  • Produktnamen

    Azulfidine®, Colo-Pleon®, Pleon® und Generika

  • Synonyme

    Salazosulfapyridin

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

Aus den vorliegenden Untersuchungen ergibt sich kein Anhalt für Teratogenität. Eine Metaanalyse unter Einschluss von sieben Studien mit 642 exponierten Schwangerschaften, die mit 1158 Verläufen gesunder Schwangerer verglichen wurden, fand kein statistisch signifikant erhöhtes Fehlbildungsrisiko.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Zusammengefasst ist Sulfasalazin nach den bisherigen Erfahrungen nicht fetotoxisch. Bei üblicher Dosierung scheint ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Kernikterus beim reifgeborenen Kind nicht relevant zu sein. Frühgeborene sind allerdings eher gefährdet. Theoretisch ist dieser Effekt durch die Sulfonamid-Komponente möglich. Durch die Fototherapie ist ein Kernikterus heute zur Rarität geworden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Wenn der antibiotische Effekt des Sulfapyridins erwünscht ist, kann auch Sulfasalazin während der Schwangerschaft angewendet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

keine. Wenn Mesalazin bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen als therapeutisch gleichwertige Alternative angesehen wird, sollte es bevorzugt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 7,6 h; Proteinbindung: › 95%; molare Masse: 398; relative Dosis: 0,35%-10%; M/P-Quotient: 0,4; orale Bioverfügbarkeit: 20%.

Klinik

Durchfälle beim gestillten Kind sind nicht auszuschließen, bisher wurde in einem Fall über eine blutige Diarrhö beim Säugling berichtet, dessen Plasmakonzentration 5,3 mg/l betrug. Bei einer mütterlichen Dosis von 2 g/d wurde eine deutlich geringere relative Dosis für den gestillten Säugling errechnet.

Empfehlung

Ist die Sulfonamid-Wirkung des Sulfasalazins ausdrücklich erwünscht, darf es auch in der Stillzeit angewendet werden. Wenn Mesalazin bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen als therapeutisch gleichwertige Alternative angesehen wird, sollte es bevorzugt werden.


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