Sulfadiazin

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Sulfadiazin gehört zur Gruppe der Sulfonamide. Diese Antibiotika wirken duch eine Hemmung der bakteriellen Folsäuresynthese bakteriostatisch. Auf Grund einer relativ schwachen Wirkung und einer raschen Resistenzentwicklung werden Sulfonamide meistens in Kombination mit anderen Antibiotika verwendet. Sie erreichen beim Feten 50-90% der mütterlichen Plasmakonzentration. Sulfonamide verdrängen Bilirubin aus der Bindung an Plasmaproteine. Lokal wird Sulfadiazin-Silber zur Therapie bei Verbrennungen eingesetzt.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Toxoplasmose, Verbrennungen (äußerliche Anwendung).

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Die bisherigen Erfahrungen aus einer Reihe von Studien mit mehreren tausend ausgewerteten Schwangerschaften sprechen gegen ein nennenswert erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach Anwendung von Sulfonamiden. Speziell zu Sulfadiazin fehlen allerdings systematische Studien zur Anwendung in der Frühschwangerschaft. Da Folsäureantagonisten im Tierversuch teratogen wirken können und der protektive Effekt von Folsäure bei Neuralrohrdefekten bekannt ist, wird immer wieder ein teratogenes Risiko diskutiert. Neben Neuralrohrdefekten wird ein gewisses Risiko für Herzfehlbildungen, Gaumenspalten und Harnwegsanomalien erörtert. Zusammengefasst scheint dieses Risiko, wenn überhaupt vorhanden, nur gering zu sei.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Da Sulfonamide Bilirubin aus der Plasmabindung verdrängen, wird bei einer Therapie zur Geburt die Gefahr einer Hyperbilirubinämie diskutiert. Dieses Risiko ist vor allem bei Frühgeborenen nicht auszuschließen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Sulfadiazin ist ein Antibiotikum der 2. Wahl in der Schwangerschaft. Bei drohender Frühgeburt sollte Sulfadiazin wegen des Risikos einer Bilirubinerhöhung gemieden werden. Eine prophylaktische Gabe von zusätzlicher Folsäure wird zwar von einigen Autoren diskutiert, lässt sich aber bisher nicht überzeugend belegen. Die lokale Sulfadiazin-Silber Therapie bei Verbrennungen ist akzeptabel.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

Penicilline, Cephalosporine, Makrolide.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 13-24 h; Proteinbindung: 20-55%; molare Masse: 250; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik

Die meisten gestillten Kinder haben keine Symptome. Im Einzelfall kann es zu dünnerem Stuhlgang, selten zu Durchfall kommen.

Empfehlung

Penicilline, Cephalosporine und Makrolide sind zu bevorzugen. Falls es das Keimspektrum erfordert, kann auch unter Sulfadiazin gestillt werden. Bei Frühgeborenen, Neugeborenen mit Hyperbilirubinämie oder Glukose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel sollte die Indikation besonders kritisch geprüft werden.


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