Gefördert durch

Scopolamin

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Scopolamin ist ein Anticholinergikum und wirkt zentral dämpfend. Es hemmt die Speichel- und Schweißproduktion und erweitert die Pupillen. Scopolamin ist plazentagängig.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Kinetosen (transdermale Anwendung).

  • Produktnamen

    Boro- Scopol N®, Scopoderm TTS®

  • Synonyme

    Hyoscin

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

Ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko konnte bei 309 Kindern, deren Mutter im 1. Trimenon Scopolamin eingenommen hatten, nicht nachgewiesen werden.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Aufgrund der guten Plazentagängigkeit können unter maternaler Therapie fetale Tachykardien, sowie eine verminderte Frequenzvariabilität beim Feten oder eine Maskierung von fetalen Bradykardien auftreten. Das früher häufiger unter der Geburt eingesetzte Scopolamin wird aufgrund der allgemeinen Nebenwirkungen mittlerweile selten gegeben. In einem älteren Fallbericht wurden bei einem Neugeborenen anticholinerge Symptome nach mütterlicher Therapie u.a. mit Scopolamin beschrieben.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Anticholinergika können bei strenger Indikationsstellung in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Funktionelle Auswirkungen, z. B. auf die Herzfrequenz des Fetus, müssen bei systemischer Applikation bedacht werden.

Besser erprobte Alternativen:

keine.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 9,5 h nach einmaliger transdermaler Anwendung; molare Masse: 303; orale Bioverfügbarkeit: 27%; gute Hautresorption.

Klinik

Genaue Daten zum Übergang von Scopolamin in die Muttermilch liegen nicht vor. Bisher gibt es keine Publikationen, in denen negative Auswirkungen beim Kind durch Anwendung von Scopolamin durch die stillende Mutter beschrieben wurden. Säuglinge bzw. Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf atropinartige Präparate, zusätzlich scheint die Elimination bei Kindern unter zwei Jahren vermindert zu sein.

Empfehlung

Bei einmaliger Anwendung von Scopolamin scheint Stillen bei sorgfältiger Beobachtung des Kindes auf anticholinerge Symptome akzeptabel zu sein.


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