Gefördert durch

Rizinusöl

grau
Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Aus Rizinusöl wird im Dünndarm durch Lipasen der aktive Wirkstoff Ricinolsäure freigesetzt. Diese hemmt die Wasser- und Elektrolytresorption aus dem Darm und fördert zusätzlich die Wasserausscheidung in das Darmlumen. Rizinusöl ist ein drastisch wirkendes Abführmittel zur kurzzeitigen Einnahme. Auch findet es immer wieder Verwendung zur Wehenförderung in sogenannten "Wehencocktails".

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Zur kurzfristigen Anwendung bei Obstipation.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Studien zur Anwendung von Rizinusöl in der Schwangerschaft liegen nicht vor. Es wurden aber auch keine teratogenen Effekte beschrieben.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Ein wehenfördernder Effekt wird ebenso diskutiert wie das Risiko eines intrauterinen Mekoniumabgangs beim Feten.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Rizinusöl sollte aus prinzipiellen Erwägungen in der Schwangerschaft gemieden werden. Von einer unkritischen Anwendung als Wehenmittel muss abgeraten werden, da der genaue Wirkmechanismus an der Uterusmuskulatur ungeklärt ist. Es liegen vereinzelt Berichte über schwerwiegende Auswirkungen bei Müttern und Kindern vor.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

 LactuloseMacrogol.

Stillzeit

Pharmakokinetik

keine orale Bioverfügbarkeit.

Klinik

Ein nennenswerter Übergang von Rizinusöl zum gestillten Kind ist auf Grund der schlechten oralen Bioverfügbarkeit unwahrscheinlich. Allerdings wird die Resorption fettlöslicher Vitamine bei der Mutter durch Rizinusöl gehemmt.

Empfehlung

Rizinusöl sollte in der Stillzeit möglichst gemieden werden. Bei zwingender Indikation erfordert eine kurzfristige Anwendung keine Einschränkung des Stillens.


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