Ranitidin

grün
Medikament der Wahl für die angegebene Behandlungsindikation, bei dem umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Potential erkennen lassen. Auch die grüne Ampel erfordert eine sorgfältige Indikationsprüfung und sollte nicht zu „unbedenklichem“ Gebrauch verleiten. Eine 100%ige Sicherheit gibt es zu keinem Medikament.

Ranitidin ist ein H2-Rezeptor-Antagonist, der die basale und die Histamin-stimulierte Säuresektretion hemmt. H2-Rezeptor-Antagonisten wirken durch eine kompetitive Hemmung der Wirkung des Histamins an den H2-Rezeptoren der Belegzellen der Magenschleimhaut. Ranitidin geht offensichtlich gut diaplazentar über, denn es konnte in der Amnionflüssigkeit und im Blut eines Neugeborenen nach der Geburt gemessen werden.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Therapie des Ulcus ventriculi und duodeni, Rezidivprophylaxe eines Ulcus, Refluxösophagitis.

  • Produktnamen

    Junizac®, Zantic® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

Die in den letzten Jahren veröffentlichten Studien zu Ranitidin mit über 1700 im 1. Trimenon Exponierten sprechen gegen ein teratogenes Potential beim Menschen.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Es gibt keine Hinweise auf fetoxische Effekte. Das häufig zur Senkung des Aspirationsrisikos bei Sectio caesarea verabreichte Ranitidin wird offensichtlich von Mutter und Fetus gut toleriert.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

H2-Rezeptor-Antagonisten dürfen in der Schwangerschaft verordnet werden, falls Antacida nicht helfen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

keine.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 2,3-3 h; Proteinbindung: 15%; molare Masse: 314; relative Dosis: 2,53-9,14%; M/P-Quotient: 0,6-24; orale Bioverfügbarkeit: 50%.

Klinik

Bezüglich des Übergangs in die Muttermilch scheinen große individuelle Unterschiede zu bestehen. Ranitidin kann in der Muttermilch akkumulieren. Aufgrund von 2 Studien und unter Zugrundelegen der höchsten Milchspiegel wurde geschätzt, dass ein voll gestillter Säugling bis zu 20% der Menge erhält, die zur Ulcusprophylaxe bei Neugeborenen verwendet wird. (1,5 mg/kg NG, alle 8 Stunden, FG 0,5 mg/kg alle 12 h). Symptome bei den gestillten Säuglingen durch eine mütterliche Therapie sind bisher nicht beschrieben worden.

Empfehlung

Ranitidin ist in der Stillzeit akzeptabel. H2-Rezeptor-Antagonisten, von denen angenommen wird, dass sie weniger in die Muttermilch übergehen, sollten bevorzugt werden, z.B. Famotidin.


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