Gefördert durch

Propyphenazon

grau
Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Propyphenazon ist ein nichtsteroidales Analgetikum/Antipyretikum aus der Gruppe der Pyrazolinone. und geringe Eiweißbindung sind der Grund dafür, dass es kaum antiphlogistisch wirkt. In mehreren Ländern wurde die Zulassung wegen schwerer Nebenwirkungen (Lyell-Syndrom, Knochenmarks-Aplasie) widerrufen.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Als Analgetikum bei leichten bis mäßigen Schmerzen, z. B. bei Zahnschmerzen.

  • Produktnamen

    DEMEX® Zahnschmerztabletten

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Speziell zu Propyphenazon liegen keine ausreichenden Daten zur Beurteilung des Risikos einer Anwendung im 1. Trimenon vor. Ein erhebliches teratogenes Potenzial ist jedoch unwahrscheinlich, auch tierexperimentell ergaben sich keine Hinweise auf Teratogenität.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Die Erfahrungen zur Anwendung im 2./3. Trimenon sind unzureichend. Auch wenn Propyphenazon im Vergleich zu den „klassischen NSAID“ (wie z.B. bei Ibuprofen und Diclofenac) eine geringere Prostaglandinhemmung bewirkt, sollte deren Risiko auch bei Propyphenazon beachtet werden: NSAID können zum vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus Botalli beim Fetus und zu einer Schädigung der fetalen und neonatalen Nierenfunktion führen. Die Empfindlichkeit des Fetus steigt mit zunehmendem Gestationsalter. Dieses Risiko ist nach der 28. Schwangerschaftswoche gut dokumentiert, aber auch ab Mitte des 2. Trimenon sind Fallberichte zu vorzeitigem Ductusverschluss bzw. fetaler Nierenfunktionseinschränkung mit nachfolgendem Oligohydramnion beschrieben, insbesondere bei langfristiger NSAID-Einnahme. Ein ursächlicher Zusammenhang für diese Phänomene wurde unterstrichen durch die Beobachtung, dass sich die Symptome bei rechtzeitigem Absetzen des NSAID wieder besserten. Des Weiteren wurde eine Assoziation zwischen NSAID im 3. Trimenon und persistierendem pulmonalen Hypertonus beim Neugeborenen (PPHN) insbesondere nach intrauterinen Ductusverschluss, gesehen. Eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) beim Neugeborenen wird ebenfalls im Zusammenhang mit einer NSAID-Exposition am Ende der Schwangerschaft diskutiert.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

In der Schwangerschaft sollte Propyphenazon aufgrund mangelnder Erfahrungen und negativer Auswirkungen auf die Hämatopoese nicht angewendet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Zur Bestätigung der normalen Organentwicklung des Fetus sollte eine Ultraschallfeindiagnostik durchgeführt werden.
Bei wiederholter Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel (nach Schwangerschaftswoche 28) sollte der fetale Kreislauf sonographisch (Doppler-Sonographie) auf Veränderungen der Hämodynamik im Ductus arteriosus kontrolliert und ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden. Diese Diagnostik wird auch dann empfohlen, wenn NSAID zwischen Schwangerschaftswoche 20 und 28 regelmäßig und mehrere Tage hintereinander oder sogar wochenlang angewendet wurden. Kurz vor dem Entbindungstermin am Ende des 3. Trimenon wird eine dopplersonographische Kontrolle des Ductus arteriosus bereits bei Einzeldosen empfohlen.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser geeignete Alternativen

Ibuprofen (1. und 2. Trimenon), Paracetamol gesamte Schwangerschaft.

Stillzeit

Es liegt nur ein Fallbericht zur Anwendung von Propyphenazon in der Stillzeit vor.

Pharmakokinetik

HWZ: ca. 1,5 h; Proteinbindung: ca. 10%; molare Masse: 230; orale Bioverfügbarkeit: 100%. Im Plasma eines gestillten Kindes wurden Spuren von Propyphenazon nachgewiesen.

Klinik

Bei einem gestillten Säugling trat nach mütterlicher Propyhenazon-Therapie eine hämolytische Anämie auf, die eine zweimalige Bluttransfusion erforderlich machte. Der Wirkstoff war noch acht Tage nach Beendigung der Therapie in der Muttermilch, nicht jedoch im mütterlichen Plasma nachweisbar.

Empfehlung

Propyphenazon sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden. Einzeldosen erfordern keine Einschränkung des Stillens, besser untersuchte NSAID, z. B. Ibuprofen oder auch Diclofenac bzw. Paracetamol sollten vorgezogen werden.


Wir helfen Ihnen und Sie helfen uns

Viele Schwangere nehmen Medikamente während der Schwangerschaft ein. Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft und damit letztlich auch die Qualität dieser Internetseite beruhen größtenteils auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie allgemeine Angaben zur Nutzung der Seite und zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.