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Paracetamol

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Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.

Paracetamol ist ein bewährtes und gut verträgliches Analgetikum und Antipyretikum. Es wirkt nicht antiphlogistisch. In therapeutischer Dosis hemmt Paracetamol die Prostaglandinsynthese nicht. Die Wirkung wird über einen zentralen Angriffspunkt im Bereich des Hypothalamus vermittelt.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    leichte bis mittlere Schmerzen, Fieber.

  • Produktnamen

    ben-u-ron®, Perfalgan® und Generika

  • Synonyme

    Acetaminophen

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

Wie die meisten anderen Medikamente ist auch Paracetamol plazentagängig. Nach heutigem Wissen erhöht Paracetamol das Fehlbildungsrisiko nicht. Anfänglich wurde aufgrund einzelner Fallberichte ein teratogenes Potenzial beim Menschen vermutet. Auch in den vergangenen Jahren wurden gelegentlich toxische Auswirkungen auf das Ungeborene diskutiert, z.B. Gastroschisis, wenn die Mutter Kombinationspräparate mit Pseudoephedrin eingenommen hatte. Keines dieser Verdachtsmomente konnte bestätigt werden. Dies gilt auch für den kürzlich behaupteten Zusammenhang zwischen einer Paracetamoleinnahme am Ende des ersten Trimenon oder zu Beginn des zweiten und dem Auftreten eines Hodenhochstands. Die betreffenden Ergebnisse sind widersprüchlich, beruhen auf kleinen Fallzahlen in Studien mit problematischer Methodik und können nicht plausibel erklärt werden. Siehe auch aktuelle Stellungnahme.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Auch im zweiten und dritten Trimenon ist Paracetamol im üblichen Dosierungsbereich gut verträglich. Hinweise in einigen Untersuchungen, dass Paracetamol in der Schwangerschaft asthmatische Beschwerden später beim Kind begünstigt, konnten bisher nicht eindeutig belegt werden. Ebenso wie die oben genannten Ergebnisse zum Hodenhochstand waren auch diese Studien widersprüchlich und die beobachteten Effekte nur grenzwertig signifikant. Eine überzeugende Erklärung für die behaupteten Assoziationen gibt es bisher nicht. Dieses gilt auch für die Ergebnisse kürzlich veröffentlichter skandinavischer und englischer Studien, die einen Zusammenhang zwischen einer längerfristigen, mindestens 4 Wochen langen Paracetamoleinnahme und Abweichungen bei einigen motorischen und Verhaltensparametern, z.B. auch hyperkinetisches Verhalten, im Alter von drei bzw. sieben Jahren beobachteten. Interssanterweise war bei einigen dieser Studien auch die Paracetamoleinnahme des Vaters signifikant mit Verhaltensmerkmalen beim Kind assoziiert. Bei einer weiteren skandinavischen Studie war die Sprachentwicklung in Assoziation mit wenigen Tabletten Paracetamol bei Mädchen beeinträchtigt, bei Jungen hingegen tendenziell positiv "beeinflusst". Diese Umstände nähren Zweifel an der Kausalität zwischen mütterlichem Paracetamol und den o.g. Phänomenen. Die in den Studien beschriebenen Entwicklungsauffälligkeiten können viele Ursachen haben. Siehe auch aktuelle Stellungnahme.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Bei medikamentös behandlungspflichtigen Schmerzen gehört Paracetamol in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Analgetika der Wahl. Bei hohem, behandlungsbedürftigem Fieber gehört es zu den Antipyretika der Wahl. Es kann innerhalb des üblichen Dosisbereichs eingesetzt werden. Wie jede andere Schmerzmedikation auch, sollte es nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder sogar über mehrere Wochen eingenommen werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine

Besser erprobte Alternativen:

im 3. Trimenon: keine. Im 1. und 2. Trimenon (nicht im 3. Trimenon!): ggf. Ibuprofen.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 2,6 h; Proteinbindung: 25%; molare Masse: 151; relative Dosis: 6-12%; M/P-Quotient: 1; orale Bioverfügbarkeit: > 85%.  

Klinik

Es gibt keine nennenswerten Hinweise auf Unverträglichkeiten beim Säugling. 

Empfehlung

Paracetamol ist neben Ibuprofen Analgetikum der Wahl in der Stillzeit.


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