Gefördert durch

Ondansetron

grau
Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Ondansetron ist ein hochselektiver, kompetitiver 5-HT3-Rezeptor-Antagonist, der die Wirkung von 5-Hydroxytryptamin am Rezeptor in der Area postrema und im Dünndarm hemmt. Ondansetron ist plazentagängig, ein Übergang auf den Feten konnte im 1. Trimenon nachgewiesen werden.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Therapie mit Zytostatika und Strahlentherapie. Off-label bei Hyperemesis gravidarum.

  • Produktnamen

    Axisetron®, Cellondan®, Zofran® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: SEHR HOCH

1. Trimenon

In mehr als 168.000 ausgewerteten Schwangerschaften mit Einnahme von Ondansetron im 1. Trimenon wurde keine erhöhte Gesamtfehlbildungsrate beobachtet. Das Spontanabortrisiko war ebenfalls nicht erhöht, allerdings wurde es nicht in allen Studien untersucht. Die meisten Daten stammen aus Verschreibungsstudien aus den USA und aus Registerstudien aus Dänemark und Schweden. Ein gering erhöhtes Risiko für Ventrikelseptum-Defekte wurde diskutiert, konnte aber von der größten Studie aus den USA nicht bestätigt werden. Die Autor*innen dieser Studie dagegen fanden ein gering erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Sie berichten über drei zusätzlich betroffene Kinder auf 10.000 Ondansetron-exponierte Schwangerschaften, d.h. vierzehn statt elf Kinder von 10.000 wären betroffen. Vorgängerstudien zu dieser Fragestellung sowie die neueste und zugleich zweitgrößte Studie aus den USA hatten keine solche Assoziation gezeigt. Siehe auch Aktuelles.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Die Erfahrungen zur Exposition im 2. und 3. Trimenon sprechen gegen ein erhöhtes Risiko für Totgeburten, Frühgeburten oder ein verringertes Geburtsgewicht.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Ondansetron sollte nur bei Versagen besser untersuchter Antiemetika und schwerer Symptomatik eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

keine

Besser geeignete Alternativen

Meclozin, Doxylamin, ggf. auch Dimenhydrinat.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 3-4 h; Proteinbindung: 70-76%; molare Masse: 356,9; orale Bioverfügbarkeit: 60%.

Klinik

Zur Stillzeit liegen keine dokumentierten Erfahrungen beim Menschen vor. Aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften wird insgesamt von geringem Übergang in die Muttermilch ausgegangen.  

Empfehlung

Antiemetikum der Wahl für die Stillzeit ist Meclozin oder Dimenhydrinat. Sind Einzelgaben von Ondansetron erforderlich, kann weiter gestillt werden, auf Symptome beim Säugling sollte geachtet werden.


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