Gefördert durch

Omalizumab

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Omalizumab ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler IgG1 Antikörper, der selektiv an das menschliche Immunglobulin E (IgE) bindet. Dadurch kommt es zu einer Reduktion von freiem IgE.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Schweres persistierendes allergisches Asthma bronchiale, chronische Urtikaria

  • Produktnamen

    Xolair®

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

Eine prospektive Beobachtungsstudie des Herstellers mit 230 Omalizumab exponierten Schwangerschaften ermittelte kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Nahezu alle der an Asthma erkrankten Schwangeren waren im 1. Trimenon therapiert worden, 83% während der gesamten Schwangerschaft. Allerdings weist die Studie teilweise erhebliche methodische Mängel auf. Darüber hinaus liegen ca. 10 Fallberichte zu exponierten gesunden Kindern vor, deren Mütter wegen Asthma oder chronischer Urtikaria behandelt worden waren.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Als IgG1-Antikörper geht Omalizumab wie andere IgG1-Antikörper auch durch einen aktiven Prozess (Fc Rezeptor) bei reiferer Plazenta zunehmend diaplazentar über. Während der plazentare IgG1 Transfer in der 20. Schwangerschaftswoche noch minimal ist, erreicht dieser um die 37. Woche herum sein Maximum. Eine Publikation zur mütterlichen Omalizumab-Therapie bis zur 28. und Entbindung in der 39. Schwangerschaftswoche berichtet über dreifach höhere Serumspiegel im Nabelschnurblut als im mütterlichen Serum.

In der Studie des Herstellers wird ein leicht erhöhtes Risiko für Frühgeburtlichkeit diskutiert. Thrombozytopenien wurden tierexperimentell bei Primaten gehäuft gesehen, beim Menschen wurde dies bisher nicht beobachtet.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Omalizumab kann nach Versagen von anderen sichereren Alternativen in der Schwangerschaft eingesetzt werden; denn eine effektive Krankheitskontrolle stellt eine wichtige Voraussetzung für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf dar. Dies setzt allerdings eine sorgfältige individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung voraus.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung sollte nach Exposition während des 1. Trimenons angeboten werden. Bei einer längeren Therapie sollten Schwangerschaft und Fetus sonographisch überwacht werden.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser geeignete Alternativen

Siehe Asthma bronchiale und Allergie.

Stillzeit

Der Hersteller hat ca. 150 Mutter-Kind-Paare in der Stillzeit nachverfolgt. Die Ergebnisse sind bisher nur in einem Abstrakt veröffentlicht.

Pharmakokinetik

HWZ: 24-26 Tage; molare Masse: 149.000; orale Bioverfügbarkeit: gering.

Klinik

Bisher sind keine Nebenwirkungen beim voll gestillten Säugling beschrieben. Solche erscheinen aufgrund der geringen oralen Verfügbarkeit und großen Molekülmasse auch unwahrscheinlich.

Empfehlung

Wenn Omalizumab nach sorgfältiger Prüfung möglicher Alternativen das geeignetste Medikament für die Patientin ist, scheint Stillen akzeptabel zu sein.


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