Gefördert durch

Miconazol

grün
Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.

Miconazol ist wie Clotrimazol ein gut wirksames Breitspektrum-Antimykotikum aus der Gruppe der Imidazolderivate. Es wirkt durch eine Hemmung der Ergosterolsynthese und verursacht dadurch bei Pilzen eine Schädigung der Zellmembran. Miconazol wird lokal an Haut und Schleimhäuten angewendet, wobei die Resorption minimal ist.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Pilzinfektionen der Haut oder Schleimhaut, siehe auch vaginale Infektionen.

  • Produktnamen

    Gyno-Daktar®, Daktar® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: SEHR HOCH

1. Trimenon

In einer Reihe von Studien mit mehreren tausend ausgewerteten Schwangerschaften wurden bisher keine Hinweise auf teratogene Wirkungen von Miconazol gefunden. Der Verdacht, dass die vaginale Applikation im 1. Trimenon mit einem erhöhten Abortrisiko assoziiert ist, konnte nicht bestätigt werden. Im ungarischen Fehlbildungsregister wurde ein vermehrtes Auftreten von Syndaktylien bzw. Hexadaktylien bei einer vaginalen Anwendung von Miconazol plus Metronidazol beobachtet. Dieses konnte in anderen Untersuchungen nicht bestätigt werden.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Miconazol gehört zu den lokalen Mitteln der Wahl bei einer Pilzinfektion in der Schwangerschaft.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

keine.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 24 h; Proteinbindung: >90%; molare Masse: 416; orale Bioverfügbarkeit: 25-30%.

Klinik

Umfangreiche klinische Erfahrungen und gute Verträglichkeit bei therapeutischer Verwendung in der Neonatologie sprechen gegen ein Risiko für den gestillten Säugling.

Empfehlung

Miconazol gehört zu den lokalen Mitteln der Wahl bei einer Pilzinfektion in der Stillzeit.


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