Gefördert durch

Mianserin

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Mianserin ist ein tetrazyklisches Antidepressivum. Es wirkt über eine indirekte Verstärkung der noradrenergen und serotonergen Neurotransmission, zusätzlich hat es durch die Blockade von H1-Rezeptoren sedierende Eigenschaften. Mianserin ähnelt strukturchemisch sowie bezüglich der Wirkweise dem Mirtazapin, weist aber aufgrund von Granulozytopenien ein ungünstigeres Nebenwirkungsprofil auf.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Depressive Erkrankungen

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

Insgesamt wurden mehr als 150 Schwangerschaftsverläufe unter Minaserin dokumentiert, ohne dass sich ein Hinweis auf Teratogenität ergab. In tierexperimentellen Studien zeigte Mianserin ebenfalls keine teratogene Wirkung.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bei Einnahme von Mianserin bis zur Geburt sind wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten zentralnervöse, gastrointestinale und kardiorespiratorische Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Bei einer medikamentösen Neueinstellung sollten besser untersuchte Antidepressiva bevorzugt werden. Wenn Mianserin verglichen mit anderen Antidepressiva im individuellen Fall eindeutig wirksamer ist, kann es auch in der Schwangerschaft weiter eingenommen werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Bei Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden. Die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, um Krisen bei der Mutter und fetalen Entwicklungskomplikationen (Frühgeburtsbestrebungen, Wachstumsretardierung) rechtzeitig begegnen zu können. In den ersten Lebenstagen ist beim Neugeborenen auf Anpassungsstörungen zu achten. Die Entbindung sollte daher in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Abhängig vom individuellen Rückfallrisiko und nur dann, wenn es die klinische Situation erlaubt, kann ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin die Medikation pausiert oder in der Dosis reduziert werden, um dem Neugeborenen die Anpassung nach der Geburt zu erleichtern. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser erprobte Alternativen:

Sertralin und Citalopram. Als sedierende Antidepressiva: Amitriptylin, Mirtazapin.

Stillzeit

Es liegen publizierte Erfahrungen zu 2 Mutter-Kind-Paaren vor.

Pharmakokinetik

HWZ: etwa 17 h, HWZ für den aktiven Metaboliten Desmethyl-Mianserin nicht bekannt; Proteinbindung: 90 %; MW: 264; relative Dosis < 2% für Mianserin plus Desmethyl-Mianserin; M/P-Quotient 0,8 bis 3,6 für Mianserin und 0,5 bis >2 für Desmethyl-Mianserin; orale Bioverfügbarkeit: 30 % aufgrund eines hohen First-pass-Metabolismus nach vollständiger gastrointestinaler Resorption.

Klinik

Bisher wurden keine klinischen Auffälligkeiten bei gestillten Kindern berichtet.

Empfehlung

Unter Monotherapie ist Stillen bei guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Treten anders nicht erklärbare Symptome wieSedierung, Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten ein Kinderarzt und unsere Einrichtung kontaktiert werden.


Wir helfen Ihnen und Sie helfen uns

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

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