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Mesalazin

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Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.

Mesalazin ist der wirksame Bestandteil von Sulfasalazin. Es gehört zu den Aminosalicylaten und wirkt vorwiegend lokal antiphlogistisch an der Darmschleimhaut. Seine Wirkungsweise ist noch nicht vollständig geklärt. Mesalazin wurde im Nabelschnurblut in subtherapeutischen Konzentrationen gemessen.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: SEHR HOCH

1. Trimenon

Mesalazin ist ein auch in der Schwangerschaft gut erprobtes Arzneimittel. Studien, die das Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Frauen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen  untersuchten, umfassen mehr als 3000 exponierte Schwangerschaften. Die meisten dieser Studien ermittelten kein erhöhtes Risiko. Eine Registerstudie aus Schweden diskutierte jedoch ein leicht erhöhtes Risiko für Herzseptumdefekte. Allerdings wurde der Expositionszeitraum nicht zuverlässig erfasst, die exponierten Frauen nahmen häufig weitere Arzneimittel ein, und ein offenes Foramen ovale wurde als ernste Fehlbildung gewertet. Bisher gibt es keinen Anhalt für ein erhöhtes Spontanabortrisiko, jedoch konnten viele Studien aufgrund ihres Designs dazu keine Aussage treffen.

2.-3. Trimenon / Perinatal

In den bisher durchgeführten Studien sind mehrheitlich keine fetotoxischen Effekte beobachtet worden. In einem Fallbericht wurden jedoch hyperechogene Nieren und eine Niereninsuffizienz bei einem Neugeborenen beschrieben, die beide rückläufig waren. Seine Mutter hatte von Woche 16 bis 27 täglich 2-4 g Mesalazin oral eingenommen. In einem weiteren Fall wurde über einen anderweitig nicht erklärbaren Hydrops fetalis und Anämie in der 31. Woche berichtet, der mit fetalen Transfusionen behandelt wurde und regredient war, nachdem die Mutter Mesalazin abgesetzt hatte. Das dann reif geborene Kind war gesund.
Die in einigen Untersuchungen berichteten erhöhten Risiken für Frühgeburtlichkeit und ein geringeres Geburtsgewicht sind vermutlich eher Folge der nicht ausreichend therapierten Grunderkrankung.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Mesalazin gehört in der Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen zu den Arzneimitteln der Wahl für die Schwangerschaft. Es sollte keine Dosisreduktion mit Rücksicht auf die Schwangerschaft erfolgen, Mesalazin muss so hoch wie therapeutisch erforderlich dosiert werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

keine.

Besser geeignete Alternativen

keine.

Paternale Anwendung

Einschränkungen der Fertilität scheinen sehr selten zu sein: Ein Fallbericht beschreibt eine eingeschränkte Fertilität während der Therapie mit Mesalazin, die sich nach dem Absetzen besserte. Eine andere Publikation berichtet über sechs subfertile Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung und Mesalazin-Therapie, deren Spermiogramm sich nach einer Therapiepause erholte. Vier von ihnen wurden Väter. Bei Oligospermie unter väterlicher Sulfasalazin Therapie wurde alternativ Mesalazin erfolgreich eingesetzt.

Es gibt keine Daten zum potentiellen Übergang von Mesalazin in die Samenflüssigkeit beim Mann. Studien zum möglichen Fehlbildungsrisiko nach einer väterlichen Mesalazin Therapie liegen nicht vor, es gibt aber auch keinerlei Verdachtsmomente.

Empfehlung

Eine Mesalazin-Therapie des (werdenden) Vaters muss weder bei Kinderwunsch noch in oder wegen einer Schwangerschaft umgestellt werden.

Stillzeit

Es liegen publizierte Erfahrungen zu mehr als 30 Mutter-Kind-Paaren vor.

Pharmakokinetik

HWZ: 0,5-2,4 h, Metabolite: 6-9 h; Proteinbindung: 43%, Metabolite: 80%; molare Masse: 153; relative Dosis: <1%; (incl. therapeutisch inaktiver Metabolite: 7,5%); M/P-Quotient: Metabolite: 0,27; orale Bioverfügbarkeit: 15-35%.

Klinik

Mesalazin geht selbst bei hohen oralen Dosen nur in Spuren in die Muttermilch über. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle wurden bei oraler oder rektaler mütterlicher Therapie mit Mesalazin keine Symptome beim voll gestillten Säugling beobachtet. Ein 6-Wochen altes Kind entwickelte allerdings kurz nach Beginn der mütterlichen Therapie wässrigen Durchfall, der bei Therapiepause sistierte und bei erneuter Behandlung wieder auftrat.

Empfehlung

Mesalazin gehört in der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen auch in der Stillzeit zu den Arzneimitteln der Wahl.


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