Mefloquin

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Mefloquin ist ein oral anwendbares Malariamittel mit einer guten schizontoziden Wirkung gegen die erythrozytären Formen aller Plasmodienarten. Der genaue Wirkmechanismus ist unbekannt. Es wird vor allem bei chloroquinresistenten Erregern eingesetzt. Mefloquin führt relativ oft zu Nebenwirkungen, insbesondere neuropsychiatrische Symptome treten gehäuft auf.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

In einer Reihe von Studien mit mehreren hundert im 1. Trimenon exponierten Schwangeren wurden keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gefunden.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bisherige Beobachtungen mit über 2000 Schwangeren sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko. Lediglich in einer retrospektiven Studie aus Thailand wurde eine signifikant höhere Rate an Totgeburten bei 208 Schwangeren mit Malaria und Mefloquintherapie gefunden. In anderen Studien wurde ein solches Risiko nicht beobachtet.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Eine Malariaprophylaxe und -therapie muss auch in der Schwangerschaft indikationsgerecht durchgeführt werden. Falls Mefloquin indiziert ist, sollte es auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

keine - Prophylaxe und Therapie der Malaria müssen sich an der aktuellen Resistenzlage der entsprechenden Region orientieren.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 2-4 Wochen; Proteinbindung: 98%; molare Masse: 414; relative Dosis: 0,2-4%; Anteil einer prophylaktischen Kinderdosis von 5 mg/kg/Woche: ca. 1,1 %; M/P-Quotient: 0,15; orale Bioverfügbarkeit: 85%.

Klinik

Die Erfahrungen zur Verträglichkeit von Mefloquin in der Stillzeit sind zwar begrenzt, sprechen aber gegen ein nennenswertes Risiko für den gestillten Säugling.

Empfehlung

Bei einer Malariaprophylaxe oder kurzzeitigen Therapie mit Mefloquin kann uneingeschränkt gestillt werden.


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