Gefördert durch

Levodopa

grau
Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Levodopa wird durch das Enzym Dopa-Decarboxylase in die wirksame Substanz Dopamin umgewandelt. Dopamin wirkt im Gehirn als Neurotransmitter, in der Peripherie stimuliert es neben dopaminergen Rezeptoren u.a. α- und β-Adrenozeptoren; auch ist die Dopaminsynthese ein Zwischenschritt für die Synthese der Katecholamine Noradrenalin und Adrenalin. Levodopa wird in der Regel mit einem Decarboxylasehemmstoff (Carbidopa oder Benserazid) kombiniert, der nicht über die Blut-Hirn-Schranke gelangt: Auf diese Weise wird die Umwandlung zu Dopamin außerhalb des zentralen Nervensystems verhindert und unerwünschte Wirkungen werden deutlich reduziert, vor allem im kardialen und gastrointestinalen Bereich. Levodopa passiert die Plazenta und scheint auch vom werdenden Kind zu Dopamin umgewandelt zu werden.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Parkinson-Syndrome, Restless-legs-Syndrom und andere neurologische Erkrankungen, die auf eine dopaminerge Behandlung ansprechen.

  • Synonyme

    L-Dopa

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

Bisher wurden etwa 80 Schwangerschaftsverläufe unter Behandlung mit Levodopa dokumentiert. Die Daten stammen aus drei Fallserien sowie einer Fülle von Fallberichten. Aus den wissenschaftlich dokumentierten und publizierten Schwangerschaftsverläufen ergeben sich keine Hinweise auf deutlich erhöhte spezifische Risiken, für eine differenzierte Risikobewertung reichen die vorhandenen Daten jedoch nicht aus. Tierexperimentell wurden bei Kaninchen in hohen Dosen kardiovaskuläre Malformationen beobachtet, des Weiteren wurden viszerale und Skelettanomalien beschrieben.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Spezifische fetotoxische Wirkungen beim Menschen sind nicht bekannt. Wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten muss bei Behandlung mit Levodopa bis zur Geburt mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen gerechnet werden. Diese können innerhalb der ersten Tage nach der Geburt auftreten und mit vorübergehenden kardiovaskulären, neurologischen, gastrointestinalen und respiratorischen Symptomen einhergehen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Wenn bei Kinderwunsch oder während der Schwangerschaft eine eindeutige Indikation für die Behandlung mit dopaminergen Substanzen besteht, ist die Behandlung mit Levodopa akzeptabel. Als Decarboxylasehemmstoff sollte bevorzugt Carbidopa eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Bei Exposition im 1. Trimenon mit Levodopa sollte eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser geeignete Alternativen

Keine. 

Stillzeit

Zu 3 Mutter-Kind-Paaren liegen publizierte Erfahrungen vor, nur bei einem Mutter-Kind-Paar wurden pharmakokinetische Parameter bestimmt. Levodopa hemmt die Ausschüttung von Prolaktin und reduziert damit ggf. die Milchmenge, dennoch kann u.U. ausreichend Milch produziert werden.

Pharmakokinetik

HWZ: in Verbindung mit einem Decarboxylasehemmstoff ca. 1,5 h; Proteinbindung: 10-30 %; molare Masse: 197; relative Dosis: < 4 %; M/P-Quotient: 0,28-0,32; orale Bioverfügbarkeit: gut.

Klinik

Zwei unter Levodopa in Kombination mit Carbidopa gestillte Kinder waren unauffällig. Bei einem dritten, drei Monate lang gestillten Kind wurden im Alter von 10 Monaten Gedeihstörungen festgestellt, die allerdings auch bei einem älteren Geschwisterkind, bei dem die Mutter keine dopaminerge Medikation eingenommen hatte, beobachtet worden waren. Ein kausaler Zusammenhang ist dennoch nicht völlig auszuschließen.

Empfehlung

Unter einer moderat dosierten Kombinationstherapie mit Levodopa und Carbidopa ist Stillen bei guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel. Eine kontinuierliche Überwachung der Gewichtszunahme beim Kind muss gewährleistet sein.


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