Gefördert durch

Levodopa in Kombination mit Carbidopa bzw. Benserazid

grau
Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Levodopa ist die dem Dopamin zugrundeliegende Aminosäure und wird durch die Dopadecarboxylase zur Wirksubstanz Dopamin decarboxyliert. Um einen peripheren Abbau im Körper zu verhindern, erfolgt eine Kombinationstherapie mit den Decarboxylasehemmern Carbidopa oder Benserazid. Levodopa ist plazentagängig.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Parkinson-Syndrom, Restless-legs-Syndrom (RLS).

  • Produktnamen

    Madopar®, NACOM®, Restex® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Systematische Studien zur Anwendung von Levodopa in der Frühschwangerschaft liegen nicht vor. Bisher sind knapp 50 Schwangerschaften unter Levodopa-Therapie (entweder in Kombination mit Carbidopa oder Benserazid) beschrieben. Hinweise auf Teratogenität ergaben sich bisher beim Menschen nicht. Tierexperimentell kam es nach hohen Dosierungen bei unterschiedlichen Spezies zu verschiedenen Fehlbildungen.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bei einem Drittel der oben erwähnten Fälle erfolgte die Therapie während der gesamten Schwangerschaft, ohne dass Probleme oder Nebenwirkungen auftraten. Nur ein Fallbericht beschreibt einen Krampfanfall eines Neugeborenen am 1. Lebenstag nach einer Kombinationstherapie mit Bromocriptin/Levodopa/Carbidopa/Entecapone, bei dem der kausale Zusammenhang nicht geklärt ist.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Eine Fortführung der Therapie kann bei zwingender Indikation erwogen werden. Eine Umstellung auf den besser untersuchten Dopaminagonisten Cabergolin sollte diskutiert werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Bei Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser erprobte Alternativen:

Dopaminagonist: Cabergolin

Stillzeit

Die publizierten Erfahrungen beruhen auf einem Mutter-Kind-Paar.

Pharmakokinetik

Levodopa: HWZ: ca. 1,5 h, Proteinbindung: 10-30%; molare Masse: 197; relative Dosis: 1.66-3,59%; orale Bioverfügbarkeit: 40-70%.

Carbidopa: HWZ: 1-2 h, Proteinbindung < 36%, molare Masse: 244, orale Bioverfügbarkeit: 40-70%.

Benserazid: molare Masse: 257

Die Levodopa-Mengen in den untersuchten Milchproben waren minimal.

Klinik

Levodopa kann die Prolaktinsekretion erniedrigen und damit eine Reduktion der Milchmenge hervorrufen. Es gibt einen Fallbericht einer Mutter mit M. Parkinson (Dosierung 200mg Levodopa/ 50mg Carbidopa) und erfolgreichem Stillen, das Kind war unauffällig. 

Empfehlung

Solange ausreichend Milch produziert wird, kann auch unter der Therapie mit Levodopa (in Kombination mit Carbidopa oder Benserazid) gestillt werden, es ist auf eine gute Gewichtskontrolle des Säuglings zu achten. 


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Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

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