Ketoconazol

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Ketoconazol ist wie Clotrimazol ein gut wirksames Breitspektrum-Antimykotikum aus der Gruppe der Imidazolderivate. Es wirkt durch Hemmung der Ergosterolsynthese und verursacht dadurch bei Pilzen eine Schädigung der Zellmembran. Bei einer dermalen Anwendung ist die Resorption minimal. Oral wird Ketoconazol in der Regel wegen schwerer Nebenwirkungen und geeigneterer systemischer Antimykotika nur noch selten verwendet. Da Ketoconazol nicht nur die Produktion von Ergosterol blockiert, sondern auch die Synthese von Steroiden im menschlichen Körper hemmt, wird es in Einzelfällen oral zur Behandlung eines endogenen Cushing-Syndrom eingesetzt.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Pilzinfektionen der Haut, endogenes Cushing-Syndrom.

  • Produktnamen

    Nizoral®, Terzolin®

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon

In mehreren Veröffentlichungen mit knapp 100 Schwangeren ergaben sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Insbesondere fand sich kein Anhalt für eine gestörte Geschlechtsentwicklung bei männlichen Feten durch eine gestörte Testosteronsynthese. Allerdings war die Behandlungsdauer in der Regel kurz. Zu einer längerfristigen Therapie gibt es kaum Erfahrungen. Im Tierversuch wurden nach sehr hohen Dosen teratogene Effekte beobachtet.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Ketoconazol ist in der Schwangerschaft ein Reserve-Antimykotikum. Die orale Anwendung bei Cushing-Syndrom sollte kritisch geprüft werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Eine lokale Anwendung erfordert keine Konsequenz. Nach oraler Therapie im 1. Trimenon sollte die normale Entwicklung des Feten mittels weiterführender Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden.

Besser erprobte Alternativen:

Die lokale Therapie mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin ist zu bevorzugen.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 2-8 h; Proteinbindung: >90%; molare Masse: 531; relative Dosis: 0,3-1,4%; orale Bioverfügbarkeit: variabel (ca. 75%), dermale Resorption minimal.

Klinik

Die bisherigen Erfahrungen sind begrenzt. Aufgrund der geringen Resorption bei lokaler Anwendung ist nicht von einem nennenswerten Risiko für den gestillten Säugling auszugehen.

Empfehlung

Die lokale Therapie mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin ist bei einer Pilzinfektion der Haut zu bevorzugen. Eine orale Anwendung sollte kritisch geprüft werden.


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