Gefördert durch

Itraconazol

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Itraconazol ist ein Breitspektrum-Antimykotikum aus der Gruppe der Triazolderivate. Es wirkt durch eine Hemmung der Ergosterolsynthese und verursacht dadurch bei Pilzen eine Schädigung der Zellmembran. Itraconazol ist oral und intravenös anwendbar.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Pilzinfektionen, siehe auch vaginale Infektionen.

  • Produktnamen

    Itracol®, Sempera®, Siros® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

In mehreren Veröffentlichungen mit insgesamt über 1000 dokumentierten Schwangerschaftsverläufen ergaben sich keine Hinweise auf ein teratogenes Risiko von Itraconazol. In den meisten Fällen erfolgte die Einnahme über maximal sieben Tage. Zu einer hoch dosierten längeren Therapie gibt es keine ausreichenden Erfahrungen. Im Tierversuch wurden nach sehr hohen Dosen teratogene Effekte beobachtet. Bei dem verwandten Triazolderivat Fluconazol wird in hohen Dosen beim Menschen ein teratogener Effekt diskutiert.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Eine systemische antimykotische Therapie mit Itraconazol sollte nur bei zwingender Indikation und möglichst nicht im 1.Trimenon erfolgen. Im Einzelfall sollte abgewogen werden, ob der therapeutische Nutzen für die Mutter dem potentiellen Risiko für das ungeborene Kind überlegen ist.
 

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Eine Exposition mit Itraconazol rechtfertigt weder einen Schwangerschaftsabbruch noch invasive Diagnostik. Nach Therapie im 1. Trimenon sollte die normale Entwicklung des Feten mittels weiterführender Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden.

Besser erprobte Alternativen:

Die lokale Therapie mit Nystatin, Clotrimazol oder Miconazol ist bei einer Vaginalmykose zu bevorzugen. Über eine systemische Behandlung mitAntimykotika muss individuell entschieden werden

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 21h, bei wiederholter Anwendung bis zu 64h; Proteinbindung: 99,8%; molare Masse: 706; relative Dosis: 0,2%; M/P-Quotient: 0,51–€1,77; orale Bioverfügbarkeit: 55%.

Klinik

Es gibt keine dokumentierten Erfahrungen zur Verträglichkeit von Itraconazol in der Stillzeit.

Empfehlung

Die lokale Therapie mit Nystatin, Clotrimazol oder Miconazol ist bei einer Vaginalmykose zu bevorzugen. Falls eine systemische Therapie zwingend erforderlich ist, sollte Fluconazol bevorzugt werden, zu dem es mehr Erfahrungen gibt.


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