Gefördert durch

Interferon beta-1a

grau
Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Beta Interferon-1a wirkt immunmodulatorisch. Der vollständige Wirkungsmechanismus bei multipler Sklerose (MS) ist noch nicht bekannt und wird derzeit erforscht. Beta Interferon-1a kann intramuskulär (Avonex®) oder subkutan (Rebif®) injiziert werden. Aufgrund der hohen molaren Masse ist ein nennenswerter diaplazentarer Übergang unwahrscheinlich.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    schubförmige multiple Sklerose

  • Produktnamen

    AVONEX®, Rebif®

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

Die Erfahrungen zu Interferon beta-1a beruhen auf prospektiven Studien, auf retrospektiven Fallserien, dem brasilianischen und deutschen MS-Register und auf den publizierten Daten der Hersteller. Die Datenqualität ist allerdings sehr unterschiedlich. Bei insgesamt mehr als 1000 exponierten Schwangerschaften ließ sich keine Teratogenität erkennen.

Das Spontanabortrisiko scheint ebenfalls nicht erhöht zu sein, allerdings ist die Anzahl exponierter Frauen in den prospektiven Studien gering und geeignete statistische Methoden zur Berechnung des Spontanabortrisikos fanden keine Anwendung.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Für das zweite und dritte Trimenon liegen weitaus weniger dokumentierte Erfahrungen vor, da die Interferon beta Therapie häufig nach Feststellung der Schwangerschaft beendet wurde. Bisher gibt es jedoch keinen Anhalt für fetotoxische oder entwicklungstoxische Effekte. Wie bei anderen immunmodulatorischen Substanzen auch wird diskutiert, ob der Arzneistoff zu einem geringeren Geburtsgewicht führen kann. Dabei muss die mütterliche Erkrankung als Einflussfaktor mitberücksichtigt werden. Vorliegende Erfahrungen nach Interferon beta Therapie in der Schwangerschaft beschreiben ein mittleres kindliches Geburtsgewicht im normalen Rahmen.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Interferon beta-1a darf in der Schwangerschaft angewendet werden. Da die Krankheitsaktivität meistens im Laufe der Schwangerschaft, insbesondere im 3. Trimenon, abnimmt, ist es in der Regel zu vertreten, mit der Behandlung zu pausieren. Sollte eine durchgängige Therapie erforderlich sein, ist sie während der gesamten Schwangerschaft akzeptabel

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine

Besser erprobte Alternativen:

keine

Stillzeit

Bei sechs Mutter-Kind-Paaren liegen Konzentrationsmessungen von Interferon beta-1a (Avonex® 30 µg/Woche) in der Muttermilch vor.

Pharmakokinetik

HWZ: 10 h (bei Langzeittherapie deutlich länger); molare Masse: 22.500; relative Dosis: 0,006%; orale Bioverfügbarkeit: minimal

Klinik

Symptome sind bei gestillten Kindern bisher nicht aufgetreten und aufgrund der Pharmakokinetik auch nicht zu erwarten

Empfehlung

Unter Interferon beta-1a kann uneingeschränkt gestillt werden.


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