Gefördert durch

Impfstoffe

grau
Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Eine Schwangerschaft geht mit komplexen physiologischen und immunologischen Veränderungen einher, mit der Folge eines erhöhten mütterlichen Infektionsrisikos und den damit verbundenen Komplikationen. Beispielsweise wird durch die Verlagerung von einer (TH)-1-vermittelten zu einer (TH)-2-vermittelten Immunantwort die mütterliche Immunabwehr zugunsten einer erhöhten Antigen-Toleranz geschwächt. So ist inzwischen gut dokumentiert, dass Influenza, Masern oder Windpocken bei Schwangeren mit deutlich schwereren Komplikationen einhergehen können. Eine mütterliche Impfung, auch in der Schwangerschaft, kann das Kind und die werdende Mutter vor den Risiken bestimmter Infektionserkrankungen schützen.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Prävention von Infektionskrankheiten

  • Produktnamen

    Nicht zutreffend

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: Unterschiedlich

1. Trimenon

Die aktuelle Datenlage lässt für keinen Impfstoff teratogene Eigenschaften erkennen, inklusive der darin enthaltenden Hilfsstoffe wie z. B. Aluminiumhydroxid oder Ethylquecksilber. Die Mengen dieser Hilfsstoffe sind sehr gering, und es handelt sich bei Impfungen typischerweise um eine Einmal-Exposition. Insgesamt ist der dokumentierte Erfahrungsumfang der einzelnen Impfstoffe sehr unterschiedlich.

2.-3. Trimenon / Perinatal

In den bisher durchgeführten Studien sind keine fetotoxischen Effekte durch Impfungen beobachtet worden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie

Inzwischen wird in einigen angloamerikanischen Ländern sogar eine Pertussis-Impfung routinemäßig zwischen der 27. und 36. Schwangerschaftswoche empfohlen, um die durch Komplikationen besonders bedrohten Neugeborenen vor einer Pertussis-Infektion zu schützen. Gestützt wird die Impfempfehlung durch den Nachweis eines Übergangs der spezifischen mütterlichen IgG-Antikörper zum Kind. Die STIKO empfiehlt aktuell, eine Pertussis-Impfung der Mutter in den ersten Tagen nach Geburt nachzuholen, falls diese vor Eintreten einer Schwangerschaft versäumt worden ist (STIKO). Es wird generell empfohlen, Routineimpfungen bereits vor und nicht während einer Schwangerschaft durchzuführen. Sollte allerdings eine Impfung in der Schwangerschaft aufgrund eines speziellen Expositionsrisikos erforderlich sein, ist gegen den Einsatz nichts einzuwenden. Das gilt insbesondere für Totimpfstoffe, wie beispielsweise Tetanus, Diphterie, Pertussis, Hepatitis A und B. Einige Impfungen werden sogar ausdrücklich empfohlen, wie die Tetanus-Impfung bei Vorliegen einer Impflücke oder die Influenzaimpfung in der Grippesaison bei Schwangeren im 2. oder 3. Trimenon, bei chronischen Erkrankungen mit erhöhtem Risiko für Grippe-Komplikationen auch schon im 1. Trimenon.

Grundsätzlich sollte beim Thema Impfungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft immer eine individuelle und evidenzbasierte Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, die das aktuelle berufliche oder soziale Expositionsrisiko, sowie eventuelle Begleiterkrankungen berücksichtigt.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft

Keine

Besser geeignete Alternativen

Nicht zutreffend

Stillzeit

Pharmakokinetik

-

Klinik

Aufgrund einzelner Fallberichte, in denen über eine Neugeborenen-Meningoenzephaltis nach mütterlicher Gelbfieber-Impfung berichtet wurde, sollte eine Gelbfieber-Impfung in der Stillzeit unterbleiben, es sei denn, ein Expositionsrisiko durch Aufenthalt in einem Gelbfiebergebiet ist unvermeidbar.

Empfehlung

Alle von der STIKO empfohlenen Impfungen können auch bei der stillenden Mutter erfolgen. Dies gilt sowohl für Tot- als auch für Lebendimpfstoffe. Auf eine Gelbfieber-Impfung in der Stillzeit sollte, wenn möglich, verzichtet werden.


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