Hydrochlorothiazid

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Hydrochlorothiazid (HCT) ist der Prototyp der Thiaziddiuretika, deren Wirkung auf die Hemmung der Resorption von Natrium und Chlorid im distalen Tubulusbereich zurückzuführen ist. Thiaziddiuretika führen zu Kaliumverlusten und einer Verminderung des Plasmavolumens, außerdem hemmen sie die Harnsäureausscheidung. Meistens wird Hydrochlorothiazid als fixes Kombinationspräparat mit anderen Antihypertensiva eingesetzt. Hydrochlorothiazid ist plazentagängig.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    arterielle Hypertonie, kardiale, hepatische und renale Ödeme.

  • Produktnamen

    Esidrix® und Generika

  • Synonyme

    HCT

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

In einer Gruppe von mehr als 500 im 1. Trimenon behandelten Schwangeren wurde weder eine Häufung spezieller Anomalien noch eine erhöhte Gesamtfehlbildungsrate gefunden.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Thiazide können zu einer Herabsetzung der Plazentaperfusion führen, die theoretisch eine Beeinträchtigung der fetalen Versorgung und ein vermindertes intrauterines Wachstum zur Folge haben könnte. Bei Gabe von Thiaziden bis zur Entbindung wurdenElektrolytveränderungen (Hyponatriämie, Hypokaliämie), Thrombozytopenie und selten eine reaktive Hypoglykämie (infolge eines diabetogenen Effekts auf die Mutter) beim Neugeborenen beobachtet. Außerdem wird eine Geburtsverzögerung durch die hemmende Wirkung auf die glatte Muskulatur diskutiert. 

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Diuretika gehören nicht zur Standardtherapie bei Schwangerschaftshochdruck und -ödemen und sollten bei Präeklampsie nicht eingesetzt werden. Die Anwendung von Thiaziden ist speziellen Indikationen vorbehalten. Falls ein Diuretikum in der Schwangerschaft erforderlich ist, kann Hydrochlorothiazid eingesetzt werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Wird längerfristig therapiert, sind die Fruchtwassermenge und das fetale Wachstum vorsichtshalber zu kontrollieren, insbesondere wenn die Diuretikatherapie erst in der Schwangerschaft begonnen worden ist. Wird bis zur Geburt behandelt, sollte auf eine eventuelle Hypoglykämie, Elektrolytstörungen oder eine Thrombozytopenie beim Neugeborenen geachtet werden.

Besser erprobte Alternativen:

bei arterieller Hypertonie: alpha-Methyldopa und Metoprolol.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 6-15 h; Proteinbindung: 65%; molare Masse: 298; relative Dosis: 2%; M/P-Quotient: 0,25; orale Bioverfügbarkeit: 60-70%.

Klinik

Thiaziddiuretika scheinen in niedriger Dosierung in der Stillzeit gut verträglich zu sein. Hohe Dosierungen, die zu einer verstärkten Diurese führen, könnten die Milchproduktion vermindern. Hydrochlorothiazid wurde früher zusammen mit anderen Maßnahmen zumAbstillen eingesetzt.

Empfehlung

Hydrochlorothiazid ist bis zu einer Dosierung von 50 mg täglich in der Stillzeit akzeptabel.


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