Gefördert durch

Ganciclovir

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Ganciclovir ist ein antiviraler Wirkstoff aus der Gruppe der Nukleosid-Analoga. Ganciclovir wird bei Patienten mit Immunschwäche bzw. Immunsuppression und nekrotisierender Retinitis oder anderen schweren Zytomegalievirus (CMV)-Infektionen angewandt. Ganciclovir hat eine schlechte orale Verfügbarkeit und wird deshalb intravenös oder lokal am Auge eingesetzt. Bisherige Erfahrungen sprechen für einen guten plazentaren Übergang von Ganciclovir.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    CMV-Infektionen bei Patienten mit Immunschwäche/ Immunsuppression; Herpes-simplex-Keratokonjunktivitis

  • Produktnamen

    Cymeven®, Virgan® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Es gibt bisher nur zwei Fallberichte einer Ganciclovir-Therapie im 1. Trimenon. Diese beschreiben einen normalen Schwangerschaftsausgang. Im Tierversuch wurden teratogene Effekte gesehen.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Zur Anwendung im 2. bzw. 3. Trimenon und perinatal liegen keine für eine differenzierte Risikobewertung ausreichenden Daten vor.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Eine Therapie mit Ganciclovir in der Schwangerschaft ist Ausnahmesituationen vorbehalten. Insbesondere im 1. Trimenon ist die Indikation sehr kritisch zu prüfen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Nach Exposition im 1. Trimenon sollte eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden.

Bitte nehmen Sie für eine individuelle Beratung mit uns Kontakt auf.

Besser erprobte Alternativen:

keine. Im Falle einer Herpes-simplex-Keratokonjunktivitis sollte wenn möglich Aciclovir bevorzugt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 1,7-5,8 h ; Proteinbindung: 1-2%; molare Masse: 255; orale Bioverfügbarkeit: 5%.

Klinik

Es gibt keine dokumentierten Erfahrungen zur Verträglichkeit in der Stillzeit. Bei einer Therapie im Säuglingsalter kommt es häufig zu relevanten Nebenwirkungen.

Empfehlung

Auf Grund der möglichen Toxizität von Ganciclovir muss im Einzelfall über Stillen während einer Therapie der Mutter entschieden werden.


Wir helfen Ihnen und Sie helfen uns

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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