Gefördert durch

Flupirtin

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Flupirtin ist ein zentral wirkendes, zusätzlich muskelrelaxierendes, nicht opioides Analgetikum. Es bewirkt an seinem spinalen Angriffspunkt durch Aktivierung von Kaliumkanälen der Nervenzellen eine Hemmung der Weiterleitung von nozizeptiven Impulsen.

Der Europäische Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Zulassung von Arzneimitteln mit dem Wirksstoff Flupirtin im April 2018 aufgrund des Risikos für Leberschäden widerrufen.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Bisher: Behandlung akuter und chronischer Schmerzen wie Muskelverspannungen, Spannungskopfschmerz, Tumorschmerzen sowie Schmerzen nach Operationen und Verletzungen bei Versagen anderer Analgetika.

  • Produktnamen

    Dolokadin®, Katadolon®, Trancolong®, Trancopal® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Es gibt keine dokumentierten Erfahrungen beim Menschen zur Anwendung von Flupirtin in der Schwangerschaft, allerdings liegen auch trotz längerer Markteinführung keine Fallberichte zu embryotoxischen oder teratogenen Effekten vor.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Flupirtin kann abhängig von Behandlungsintervall und Dosis zur Atemdepression beim Neugeborenen und zu Entzugserscheinungen führen. Entzugssymptome können auch verzögert auftreten. Es ist nicht auszuschließen, dass die Lebertoxizität auch den Feten betreffen kann. Es ist nicht auszuschließen, dass die Lebertoxizität auch den Feten betreffen kann.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Flupirtin sollte aufgrund mangelnder Erfahrungen und wegen seiner Lebertoxizitätnicht in der Schwangerschaft angewendet werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Nach Anwendung im ersten Trimenon sollte zur Bestätigung einer unauffälligen Entwicklung eine weiterführende Ultraschalldiagnostik angewendet werden.

Besser erprobte Alternativen:

Als Schmerzmittel sollten Paracetamol oder bis Woche 28 Ibuprofen bevorzugt werden. Bei entsprechender Indikation kann auch mit Tramadol, Morphin oder Buprenorphin behandelt werden.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 7-11 h; Proteinbindung: hoch; molare Masse: 420; orale Bioverfügbarkeit: 90%; es gibt keine Daten zum Übergang in die Muttermilch.

Klinik

Berichte zur Verträglichkeit beim gestillten Säugling fehlen.

Empfehlung

Einzeldosen erfordern keine Einschränkung des Stillens. Aufgrund seines lebertoxischen Potenzials sollte es aber in der Stillzeit nicht angewendet werden. Wie bei allen zentral wirkenden Analgetika ist bei Kindern mit Apnoeneigung besondere Vorsicht geboten.


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