Gefördert durch

Dorzolamid

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Dorzolamid ist ein lokaler Carboanhydrasehemmer, der durch eine Verminderung der Produktion des Kammerwassers den Augeninnendruck senkt und einen positiven Einfluss auf die Durchblutung von Netzhaut und Sehnerv haben soll. Dorzolamid wird lokal in Form von Augentropfen angewendet.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Glaukom, erhöhter Augeninnendruck.

  • Produktnamen

    Trusopt® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Bisher haben sich keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung ergeben, systematische Untersuchungen zum ersten Trimenon liegen jedoch nicht vor.

2.-3. Trimenon / Perinatal

Hinweise auf eine fetotoxische Wirkung liegen nicht vor. Eine Kohortenstudie mit 244 Schwangeren, die topisch mit einem Antiglaukomatosum (2,9% mit einem Carboanhydrase Inhibitoren) behandelt worden waren, fand bei den Kindern der exponierten Schwangeren ein signifikant höheres Risiko für „Low-Birth Weight“ (<2500 g). Dies galt jedoch nicht für die Subgruppe der Beta-Blocker Exponierten, die 77,5% der Exponierten ausmachten.  Eine Studie mit sechs Schwangeren, die alle eine Kombination aus verschiedenen Antiglaukomatosa erhalten hatten, beobachtete auch eine Häufung von „Low-Birth Weight“-Babys.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Dorzolamid kann indikationsgerecht in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Um eine systemische Resorption zu verringern, sollte der Tränensack unter dem inneren Augenwinkel für eine Minute komprimiert werden (punktueller Verschluss). Dies sollte unmittelbar nach jeder Instillation eines Tropfens erfolgen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

keine.

Besser erprobte Alternativen:

Timolol.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: bis 4 Monate (Anreicherung in Erythrozyten); Proteinbindung: 33%; molare Masse: 361.

Klinik

Systematische Untersuchungen zur Stillzeit liegen nicht vor. Es wird vermutet, dass ähnlich wie beim Azetazolamid, das jedoch systemisch verabreicht wird, eine allenfalls geringe relative Dosis zu erwarten ist. Über Symptome bei gestillten Kindern wurde bisher nicht berichtet. 

Empfehlung

Dorzolamid kann indikationsgerecht in der Stillzeit angewendet werden. (Bitte punktuellen Verschluss durchführen - s.o.)


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