Gefördert durch

Domperidon

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Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt.

Domperidon gehört zur Gruppe der Prokinetika, regt die Peristaltik des oberen Gastrointestinaltraktes an und fördert die Entleerung des Magens. Die antiemetische Wirkung erfolgt durch die Blockade von peripheren Dopamin-Rezeptoren u.a. an der Area postrema. Da Domeridon zusätzlich den Prolaktinspiegel erhöht, wird es gelegentlich auch zur Steigerung der Milchproduktion eingesetzt. Nach i.v.-Gabe von hohen Dosen Domperidon im Rahmen einer Chemotherapie wurden kardiale Arrhythmien beschrieben, die jedoch bei normaler Dosis und oraler Therapie bei herzgesunden Patienten nicht zu erwarten sind. In den USA wurde das Medikament aber deshalb vom Markt genommen. Domperidon ist im Gegensatz zu Metoclopramid nicht ZNS-gängig. 

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    symptomatische Therapie von Übelkeit und Erbrechen, Magenentleerungsstörungen. 

  • Produktnamen

    Motilium® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon

Systematische Studien zur Anwendung in der Schwangerschaft fehlen. Im Tierversuch wurden bei sehr hoher Dosierung, die zu toxischen Symptomen bei den Muttertieren führten, teratogene Effekte beobachtet. 

2.-3. Trimenon / Perinatal

Systematische Studien zur Anwendung im 2./3.Trimenon liegen nicht vor.
 

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Eine Therapie mit Domperidon sollte kritisch überprüft werden, zumal Studien zu Wirksamkeit bei Hyperemesis gravidarum fehlen. Gegebenenfalls sollte Metoclopramid bevorzugt werden. 

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Nach längerfristiger Anwendung im 1. Trimenon kann eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer normalen vorgeburtlichen Entwicklung angeboten werden.
 

Besser erprobte Alternativen:

Metoclopramid.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 7 h; Proteinbindung: 91-93%; molare Masse: 426; relative Dosis: 0,1%; M/P-Quotient: 0,25; orale Bioverfügbarkeit: 15%.

Klinik

Über Symptome bei gestillten Kindern wurde bisher nicht berichtet. Domperidon wird auch zur Steigerung der Milchproduktion eingesetzt, wobei klare Empfehlungen zur Dosierung und Therapiedauer fehlen. Empfohlen werden meist 3 x 10 mg/Tag. Studien konnten zeigen, dass die Milchmenge nach Einnahme dieser Dosis stärker zunahm als nach Einnahme eines Placebos, ohne dass es zu Symptomen bei den gestillten Kindern kam. 

Empfehlung

Sollte die Gabe von Domperidon erforderlich sein, kann es aufgrund der geringen relativen Dosis eingesetzt werden. Zur Steigerung der Milchproduktion wird es wegen fehlender ZNS-Gängigkeit gegenüber Metoclopramid häufig bevorzugt. Bei Frauen mit Hypokaliämien oder Herzerkrankungen sollte eine Therapie mit Domperidon aufgrund der kardialen Nebenwirkungen nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt begonnen werden.


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