Diclofenac

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Medikament, bei dem mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes embryo- oder fetotoxisches Risiko haben erkennen lassen.

Diclofenac gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika/Antirheumatika (NSAR). Seine antiphlogistische Wirkung beruht auf der Synthesehemmung der Prostaglandine, die beim Entzündungsvorgang ausgeschüttet werden. Es besitzt antipyretische, analgetische, antiphlogistische und antirheumatische Wirksamkeit.

  • Indikation (Anwendungsgebiet)

    Als Analgetikum, Antiphlogistikum, bei akuter Arthritis, einschließlich Gichtanfall und chronischer Arthritis, z. B. chronischer Polyarthritis, Spondylitis ankylosans, entzündlichen weichteilrheumatischen Erkrankungen, schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen nach Verletzungen, auch bei leichter Migräne.

  • Produktnamen

    Allvoran®, Arthrex-Gel®, Myogit®, Rewodina®, Voltaren® und Generika

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon

In umfangreichen Untersuchungen zeigte sich kein Zusammenhang zwischen einer Exposition von Diclofenac im 1. Trimenon und einem erhöhtem Fehlbildungsrisiko, auch nicht in einer neueren prospektiven Studie bei 145 Frauen, die Diclofenac im ersten Trimenon eingenommen hatten. Unbestätigt blieb bisher das in Fall-Kontroll-Studien beobachtete leicht erhöhte Risiko für kardiovaskuläre (Septum-) Defekte und für Fehlgeburten. 

2.-3. Trimenon / Perinatal

Im letzten Drittel der Schwangerschaft können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zum vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus (DA) Botalli beim Fetus führen. Die Empfindlichkeit des DA wächst mit zunehmendem Gestationsalter. In einem Einzelfallbericht wurde eine reversible Konstriktion des fetalen DA sogar nach lokaler Anwendung von Diclofenac und Methylsalicylat (Gel im Schulter-Nacken-Bereich) in der 35. Schwangerschaftswoche beschrieben.
Ein Zusammenhang zwischen NSAR und persistierendem pulmonalen Hypertonus bei Neugeborenen (PPHN) wurde diskutiert, bisher aber nicht bestätigt. Auch die fetale und neonatale Nierenfunktion kann bis zur Anurie gehemmt werden. Dieser Effekt wird auf eine Minderperfusion der Niere und einen Anstieg des zirkulierenden Vasopressin zurückgeführt. Eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) beim Neugeborenen wird ebenfalls im Zusammenhang mit einer NSAR-Exposition vor der Geburt diskutiert.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie:

Diclofenac kann als Analgetikum oder zur antiphlogistischen Therapie in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft verwendet werden. Ab Woche 28 sind NSAR zu meiden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:

Nach wiederholter Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte der fetale Kreislauf doppler-sonographisch auf Veränderungen der Hämodynamik im Ductus arteriosus kontrolliert und ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden.

Besser erprobte Alternativen:

Ibuprofen (bis Schwangerschaftswoche 28), Paracetamol in der gesamten Schwangerschaft.

Stillzeit

Pharmakokinetik

HWZ: 1-2 h; Proteinbindung 99%; molare Masse: 318; relative Dosis: 0,9 %; orale Bioverfügbarkeit: 100%.

Klinik

Nebenwirkungen wurden bei gestillten Kindern bisher nicht beobachtet.

Empfehlung

NSAR der Wahl in der Stillzeit ist Ibuprofen. Bei gelegentlicher Einnahme oder kurzfristiger Therapie ist auch Diclofenac akzeptabel.


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